2. Juni

Puerto Baquerizo Moreno

Die „Hauptstadt“ von San Christobal liegt vor unserem Bug, ein netter, kleiner, überschaubarer Ort. An der Strandpromenade reihen sich ein paar Touriläden aneinander. Ein übersichtliches Angebot, wenig Kitsch, meist T-Shirts mit Galapagosmotiven.

Die andere Seite der Straße haben ab Mittag die Seelöwen beschlagnahmt. Sie liegen auf den Bänken, in den Pavillons, auf den Treppen, den Wellenbrechern, bevölkern die Piers und den Zugang zu den Wassertaxis. Sie liegen auf den ankernden Schiffen. Sie blöken klagend, röhren und knurren, aber meistens liegen sie einfach da und schlafen. Im Wasser dagegen sind sie quirlig und unglaublich geschickt, ich kann ihnen stundenlang zusehen.

-

Im Ort gibt es viele kleine Supermärkte sowie einen großen Frucht- und Gemüsemarkt. In den ersten Tagen waren die Regale und Kühlschränke leer, Obst war kaum vorhanden, die Bier und Colabestände am Boden. Eier gab es gar keine mehr.

Seit ein paar Tagen liegt jetzt das Versorgungsschiff vor Anker. Unermüdlich fahren die Transportschiffe hin und her und bringen die Fracht an Land. Sie Läden füllen sich und die Preise für Obst und Gemüse fallen.

Wir waren ein paar Mal essen, meist Grillgerichte mit Bohnen, Salat und Reis. Einen sensationellen Burger haben wir verputzt, ansonsten kochen wir lieber wieder an Bord.

Gleich nach der Ankunft vermittelte uns unsere Agentin einen Taucher, der unser Unterwasserschiff reinigte, da dies nach drei Wochen Pacifik nicht mehr ganz frisch war. Danach bewarben wir uns um die Aufenthaltsgenehmigung. Es kamen 8 Leute an Bord, ein Taucher untersuchte unterdessen unseren Schiffsrumpf. Der Hafenkapitän, Immigration, Customs, ein Nationalparkbeauftragter, ein Müllkontrolleur, ein Inspektor für eingeführte Vorräte, ein Kammerjäger und unser Agent drängelten sich an Bord und füllten endlose Formulare aus, die Norbert dann alle unterschreiben mußte. Unser eingeführtes Obst wurde kontrolliert: eine welke Limone, die schon bessere Zeiten gesehen hatte. Mehr war nicht da. Die Schränke wurden inspiziert und das Klo besichtigt. Nach 45 Minuten war der Spuk vorbei und nun dürfen wir 20 Tage bleiben. Es war ein wenig wie bei einer Theatervorstellung. (Ich vermeide jetzt mal das Wort Kasperle!)

Unser Boot ist voller idiotischer Schilder. 3 x Mülltrennung ist ok, keinen Abfall über Bord werfen ebenfalls, aber braucht man dafür Schilder? Es sind wohl Vorgaben und Bestimmungen der Unesco zum Schutz der besonderen Inselwelt Galapagos's und zur Erhaltung des Status „Weltkulturerbe“, die kluge Beamte erdacht und ausgearbeitet haben.

Dienstag bis Donnerstag – 9. bis 11. Juni

Zwei Tage Santa Cruz

Für Dienstag Morgen hatten wir Fährtickets nach Santa Cruz. Ich wachte schon um 5:30 Uhr auf und sah mit Staunen das rege Treiben rund um unser Boot. Ständig schwammen Seelöwen vorbei, umkreisten uns, schupperten sich am Ruder und verschwanden wieder. Auch im Hafen tummelten sie sich, frisch und ausgeruht nach einem erholsamen Schlaf.

Auf unserer Fähre, einer ziemlich kleinen umgebauten Motoryacht mit drei 200 PS Motoren, passierten wir die SPICA, die schnöde verlassen vor Anker lag. Nun gab der Skipper Gas, die Gischtwolken stoben hoch auf. Am Anfang saßen wir draußen, ein schöner Platz, nur leider auf der LUV-Seite. Die immer höher hinauf fliegende Gischt wurde mir unheimlich und so verzog ich mich in den Innenraum. Norbert folgte kurze Zeit später. Gerade noch rechtzeitig, denn danach lief das Spritzwasser über das Dach und nässte die Leute auf unseren alten Plätzen. Zwei Stunden dauerte die Fahrt, oft krachte das Schiff in die Wellen und stauchte uns ordentlich zusammen.

In Puerto Ayola gönnten wir uns ein Frühstück. Ich hatte vergessen, wir gut Café con Leche schmeckt und so genoss ich diesen in vollen Zügen.

Auf dem Weg zur Touri-Information stießen wir auf das Hostal Vista al Mar. Um einen ruhigen Garten herum gruppierten sich Flachbauten mit geräumigen Zimmern. Eine Sitzecke im Garten und eine Hängematte trugen zur Gemütlichkeit bei. Unser „Hotelmanager“, Anfang 20, fütterte uns mit Informationen über die Insel, sozusagen ein Rundumservice.

Im Gegensatz zu unserem Hafen auf San Christobal ist Puerto Ayola eine richtige kleine Stadt. Alles ist schnieker, schließlich schlägt hier das Herz des Tourismus auf Galapagos. Das Warenangebot in den Souvenirshops ist gigantisch, Reiseagenturen und Restaurants überall present.

Wir zockelten langsam die Strandstraße entlang und kamen am Fischmarkt vorbei. Ein paar Fischer verkauften ihren Fang. Eine Hand nutzten sie für das Zerlegen der Fische, die andere brauchten sie um Pelikane und Fregattvögel auf Abstand zu halten. Die Seelöwen warteten unter dem Tisch, auch zwei Wasserleguane lauerten auf Beute. Reste gibt es hier keine, der Boden unter dem Stand ist blitzsauber, mal abgesehen von dem anfallenden „Guano“.

Mittags wurde abgeräumt. Jetzt gehörten alle Reste den Pelikanen. Sie sassen auf den Tischen und versuchten die noch dort liegenden, wirklich großen Mittelgräten zu schlucken. Ein besonders gieriger schnappte sich einen Thunfischkopf, der ihm den Schnabelsack gehörig ausbeulte. Ausspucken konnte er ihn nicht mehr, schlucken noch viel weniger. Er musste ins Wasser um ihn wieder los zu werden.

Im Darwinzentrum konnte man die Riesenschildkröten in Gehegen beobachten, das fanden wir nicht so toll. Allerdings sah man dort auch die großen orangefarbenen Landleguane, die wohl inzwischen selten geworden sind.

Die Vegetation auf Santa Cruz ist deutlich spektakulärer als auf San Christobal. Sehr gut gefielen mir die vielen alten Kakteenbäume mit ihrer manchmal kieferähnlichen Rinde.

Auf den schwarzen Steinen am Strand findet man die ebenfalls schwarzen Wasserleguane. Man muß wirklich aufpassen, um nicht auf sie zu treten, denn sie sitzen ganz still und sind oft erst im letzten Moment zu erkennen. Wir saßen lange auf den Steinen und schauten ihnen zu, wie sie über Sand und Felsen zum Wasser krochen und dann ordentlich strampeln mussten um sich gegen die Wellen zu behaupten. Sie sehen aus wie kleine Drachen, Relikte aus vergangenen Zeiten.

Für Farbkontraste sorgten Horden der schönen roten Krabben, die wir schon aus Aruba kannten.

Im Ort trafen wir noch Jeff und Katie von der Mezzaluna, die bis vor zwei Tage vor der SPICA ankerten. Sie sind im Besitz einer langfristigen Aufenthaltsgenehmigung (Autographo) und dürfen mit dem eigenen Boot vier Inseln anlaufen.

Für den nächsten Morgen hatten wir ein Taxi bestellt und bei einem Bier beschlossen wir, dieses zu viert zu nutzen.

Zweiter Tag:

Thomas, unser Taxifahrer, brachte uns in den Nordwesten der Insel. Hier, im Nationalpark, gibt es Lavaröhren und --- Schildkröten.

Gummistiefel gehören zum Service, damit stapften wir durch die nassen Wiesen und sahen den großen Schildis beim Fressen, Schlammbaden und „Wandern“ zu. Interessant ist, daß sich auch die großen Landschildkröten auf den Weg zum Strand machen, um dort ihre Eier abzulegen. 2-3 Tage sind sie unterwegs, auf dem Hinweg bergab, dann jedoch wieder bergauf, zurück in die Highlands.

 

Im Anschluß durchstreiften wir drei Lavaröhren, gut beleuchtet und begehbar, allerdings nicht besonders lang.

Dann kam der Clou: In der kleinen „Bar“ am Parkplatz gab es drei leere Schildkrötenpanzer. Natürlich probierten wir sie an. Ich sage Euch, Schildkröten haben es nicht leicht! Kein Wunder, daß sie so langsam laufen oder es vorziehen, dies nur im Notfall zu tun. Manche sind ja gut zu Fuß. Auch Jeff ähnelte der langbeinigen SK, die wir auf San Christobal beim Marsch durch das Unterholz beobachtet hatten. Katie und ich dagegen!!! Wie die Padden!!!

In einem der Panzer konnte man noch einen Teil der Wirbelsäule sehen. Sie ist fest mit der Oberschale verwachsen. Auch die Nähte zwischen den Panzerplatten/-segmenten sind ähnlich verzahnt wie die Nähte zwischen unseren Schädelknochen.

Bei Bellavista gibt es die größte und längste Lavaröhre von ganz Südamerika. Ca. 2 Kilometer lang schlängelt sie sich unter der Erde ihrem Ausgang entgegen. Nur mit Taschenlampen ausgestattet folgten wir ihren Windungen und bewunderten ihre Struktur. Es war bereits nach der zweiten Kurve völlig dunkel. Wir setzten unsere Füße mit Bedacht im Schein der Lampen, stiegen über herab gestürztes Gestein oder liefen auf glattem Boden. Eine Minute verharrten wir in völliger Dunkelheit, dann reichte es und der Aufstieg in das grüne Dickicht am Ende des Tunnels war fast wie ein Sonnenaufgang. Die Erde hatte uns wieder.

 

 

 

Auf einem kleinen Stück am Wegrand erblickte ich ALLE Pflanzen, die meine Mutter früher in ihrem Wohnzimmer hielt und pflegte. Natürlich waren diese viel spilleriger und kleiner. Ein unerwarteter Ausflug in die Vergangenheit.

 

Ein letzter Abstecher führte nach Osten, in die Cerro Alta. Von einem Hügel hatten wir eine schöne Sicht über den Südteil der Insel und auf einen Krater, auf dessen Grund ein kleiner See für ein frisch leuchtendes Grün sorgte.

Dann war es gut und Thomas brachte uns zurück zum Hotel. Eine interessante Tour, ein schöner Tag. Nur den Puntudo konnten wir nicht besteigen. Er verbarg sich in den dichten Regenwolken, die über den Highlands lagen. Für diese Aktivität braucht man wohl die heiße, wasserarme Jahreszeit.

Am Donnerstag Morgen brachte uns die Fähre zurück nach S.C., (diesmal mit 700 PS) ein weiteres Martyrium für meine armen Bandscheiben.

Schwimmen mit den Seelöwen

Hinter der Landzunge, auf der der Leuchtturm steht, beginnt eine landschaftlich sehr schöne Bucht, gut geschützt vor Schwell und durch eine hohe Steilwand auch vor den Südwinden.

Hier kann man schnorcheln, große Fische beobachten und wenn man Glück hat, Meeresschildkröten beim Fressen zusehen. (Wir hatten keins)

Aber vor allem trifft man hier auf Seelöwen im Wasser. Die jungen Seelöwen spielen gern und  kommen, wenn sie Lust haben, pfeilschnell auf einen zu und drehen erst im letzten Moment ab. Das ist lustig!

Ich hatte dort ein Erlebnis der besonderen Art. Eine kleine, graziöse Ballerina verweilte vor mir, drehte und wand sich mit unnachahmlicher Eleganz, eine klare Aufforderung zum Tanz. Ich ließ mich nicht lange bitten und es folgte sekundenlang ein Pas de deux, zeitlos, verzaubernd und mit hohem Suchtfaktor.

Rund um die Bucht gibt es diverse Aussichtsplattformen. Hier kann man Fregattvögel beobachten oder einfach über das Meer und die Küstenlinie schauen.

Neben einer dieser Plattformen steht eine große Darwinstatue. Zu seinen Füßen wachen ein Seelöwe, eine Schildkröte und ein kleiner „Drache“.

Zehn Gehminuten weiter erreichten wir einen Bilderbuchstrand. Neben den Leuten liegen dort die Seelöwen, mehr oder weniger paniert.

Hohe Wellen tragen sie komfortabel den Strand hinauf, ein paar Meter hoppeln sie noch weiter, dann lassen sie sich fallen. Bloß nicht zu sehr anstrengen.

Auf der linken Seite brachen sich hohe Wellen auf der Landzunge. Hier amüsierten sich die Surfer. Schwalben und Fregattvögel teilten sich den Luftraum. Die Sonne wärmte angenehm und bald waren wir genauso faul wie die Seelöwen.

Bei den Riesenschildkröten

Im Norden der Insel gibt es ein ca. 12 ha großes Gelände, auf dem 49 Riesenschildkröten zu Hause sind. Hier haben sie ihre gewohnte Umgebung, einen dichten Buschwald, sind aber vor den wilden Hunden geschützt, die den ganz frei lebenden Exemplaren das Leben schwer machen. Diese Hunde sind eine Plage. Sie plündern die Nester und fressen die jungen Schildkröten.

Ein Rundweg führt über das Gelände. Es war ein wenig wie Pilze suchen. Ab und zu stolpert man fast über eine gemächlich dahin wackelnde Schildkröte, dann muß man wieder schauen und lauschen um eine zu sehen. Sie werden ca. 200 Jahre alt und ca. 230 kf schwer.

Auf Espaniola gibt es eine Variante. Hier ist die Vegetation spärlicher und das fressbare Grünzeug wächst weiter oben. Die Schildis haben praktischerweise längere Hälse und einen am Hals aufgebogenen Panzer, damit sie diese höher hinauf strecken können.

Faszinierend sind ihre Gesichter. Seht selbst.

Eine kurze Wanderung zu einem einsamen Strand folgte. Wir waren mit Annemarie, Bernhardt und Jan von der L'Avenir unterwegs. Am Strand stießen wir auf einen einsamen Seelöwen, der ein wenig in der Sonne faulenzen wollte. Allerdings plagte ihn eine aufdringliche Fliege. Er wedelte sie mehrere Male mit der Flosse weg, legte sich wieder hin und schloss die Augen. Schon war sie wieder da. Nichts half, kein heftiges Aufrichten, kein Wedeln, kein wildes Beißen, die Fliege ließ ihn nicht in Ruh. Seine letzte Strategie war, dicht an uns heran zu kriechen. Hat aber auch nichts genutzt.

Wer von uns hat so etwas noch nicht selbst erlebt? Die Unterschiede sind klein.

Puerto Baquerizo Moreno

Die „Hauptstadt“ von San Christobal liegt vor unserem Bug, ein netter, kleiner, überschaubarer Ort. An der Strandpromenade reihen sich ein paar Touriläden aneinander. Ein übersichtliches Angebot, wenig Kitsch, meist T-Shirts mit Galapagosmotiven.

Die andere Seite der Straße haben ab Mittag die Seelöwen beschlagnahmt. Sie liegen auf den Bänken, in den Pavillons, auf den Treppen, den Wellenbrechern, bevölkern die Piers und den Zugang zu den Wassertaxis. Sie liegen auf den ankernden Schiffen. Sie blöken klagend, röhren und knurren, aber meistens liegen sie einfach da und schlafen. Im Wasser dagegen sind sie quirlig und unglaublich geschickt, ich kann ihnen stundenlang zusehen.

Im Ort gibt es viele kleine Supermärkte sowie einen großen Frucht- und Gemüsemarkt. In den ersten Tagen waren die Regale und Kühlschränke leer, Obst war kaum vorhanden, die Bier und Colabestände am Boden. Eier gab es gar keine mehr.

Seit ein paar Tagen liegt jetzt das Versorgungsschiff vor Anker. Unermüdlich fahren die Transportschiffe hin und her und bringen die Fracht an Land. Sie Läden füllen sich und die Preise für Obst und Gemüse fallen.

Wir waren ein paar Mal essen, meist Grillgerichte mit Bohnen, Salat und Reis. Einen sensationellen Burger haben wir verputzt, ansonsten kochen wir lieber wieder an Bord.

Gleich nach der Ankunft vermittelte uns unsere Agentin einen Taucher, der unser Unterwasserschiff reinigte, da dies nach drei Wochen Pacifik nicht mehr ganz frisch war. Danach bewarben wir uns um die Aufenthaltsgenehmigung. Es kamen 8 Leute an Bord, ein Taucher untersuchte unterdessen unseren Schiffsrumpf. Der Hafenkapitän, Immigration, Customs, ein Nationalparkbeauftragter, ein Müllkontrolleur, ein Inspektor für eingeführte Vorräte, ein Kammerjäger und unser Agent drängelten sich an Bord und füllten endlose Formulare aus, die Norbert dann alle unterschreiben mußte. Unser eingeführtes Obst wurde kontrolliert: eine welke Limone, die schon bessere Zeiten gesehen hatte. Mehr war nicht da. Die Schränke wurden inspiziert und das Klo besichtigt. Nach 45 Minuten war der Spuk vorbei und nun dürfen wir 20 Tage bleiben. Es war ein wenig wie bei einer Theatervorstellung. (Ich vermeide jetzt mal das Wort Kasperle!)

Unser Boot ist voller idiotischer Schilder. 3 x Mülltrennung ist ok, keinen Abfall über Bord werfen ebenfalls, aber braucht man dafür Schilder? Es sind wohl Vorgaben und Bestimmungen der Unesco zum Schutz der besonderen Inselwelt Galapagos's und zur Erhaltung des Status „Weltkulturerbe“, die kluge Beamte erdacht und ausgearbeitet haben.

Sunday, 14. Juni

Abschied von Galapagos

Wir hatten hier eine schöne und spannende Zeit, auch wenn Norbert die Seelöwen, die Schicht für Schicht unser Antifouling mit ihren Fellen abkratzen nicht mehr so recht mag. Sie wecken uns jeden Morgen gegen 5 Uhr, schuppern an der Bordwand und ihre ausgestoßene Luft blubbert hallend dagegen. Schlafen geht dabei nicht mehr so gut.

Am Dienstag werden wir zu den Marquesas aufbrechen, falls unsere 400 l Trinkwasser, auf das wir seit gestern warten, dann bei uns angekommen ist.

Rosi und Klaus haben 22 Tage gebraucht. Mal sehen, wie es bei uns läuft.

Bis dann!

Playa de Lobos

An diesem herrlichen Strand liegen oder sitzen Seelöwen, Pelikane, Badegäste und die großen Wasserleguane friedlich nebeneinander. Letztere haben uns natürlich am Meisten begeistert.

Bis zu 1,5 m lang, zartrote oder rosa Flecken in ihrem schwarzen Panzer und mit kräftigen Krallen sind sie ein echter Hingucker. Bei ihren Ausflügen ins Wasser kühlen sie stark ab und so suchen sie danach die Wärme der schwarzen Steine oder liegen im Sand. Warm von unten, Sonne von oben, einzeln oder in kleinen Gruppen verharren sie bewegungslos bis sich ihre Körpertemperatur wieder „aufgeladen“ hat, nur ab und zu gestört von neugierigen Touristen.

Blaufußtölpel

Endlich habe ich auch sie gefunden, die Boobies, wie sie hier liebevoll genannt werden. Einer hat fast türkisfarbene Füße, bei dem Anderen wirken sie  lila. Entweder Weibchen und Männchen oder Jung- und Altvogel. I don't know!

16. bis 20. Juni

Emergency-Stopp in Santa Cruz

Am Dienstag, dem 16. Juni starteten wir unseren Monstertrip von 3003 nm zu den Marquesas.

Nach 30 nm war unsere brandneue Reffleine stark angescheuert. Ausgerechnet Reff 2, das nutzen wir am Meisten. Weiterfahren ohne zu wissen warum das so war, ging gar nicht.

Also, abbiegen nach Santa Cruz.

Nächster Schock! Unsere Seekarten, die in San Christobal auf den Punkt genau waren, stimmten hier gar nicht. Nach ca. 1 kg Nervenverlust pro Person lagen wir dann doch noch neben der Mezzaluna vor Anker. Laut Karte ankerten wir auf der Strandpromenade. Unsere Schutzengel saßen nach diesem Streß wahrscheinlich in der nächsten Bar und ließen sich volllaufen.

Am nächsten Morgen brach ich auf, um in der Capitania unseren Emergency-Stopp anzumelden. Das ging relativ einfach. Zwei Stunden später brachte ein Wassertaxi unseren neuen Agenten, den Inspektor von Hafenamt, jemanden von der Immigration und !! eine Ärztin !!, hübsch in einem flamingofarbenen Anzug mit einem Stethoskop um den Hals.

Am Ankerplatz gab es einen ziemlich starken Schwell. Bis die Vier an Bord waren verging einige Zeit. Nun wünschte die Ärztin meine Medikament zu kontrollieren?!?

Da ich recht stolz auf mein Lager bin, brachte ich diese, noch gut gelaunt, in die Plicht. Sie sortierte alle abgelaufenen Packungen aus, sogar mein Paracetamol. Ungläubog sah ich ihr zu, meine Einwände wurden vom Tisch gewischt. Unser Agent erklärte mir, dies sei very important und eine unumgängliche Regel in Santa Cruz. (Bei Katie und Jeff galt dies wohl nicht!)

Der Vertreter des Hafenamtes kämpfte derweil gegen die Seekrankheit!

Nach 30 Minuten verschwanden sie wieder. Ich zahlte unseren Obulus, darunter 100 Dollar für die gierkrallige Ärztin, dann war unser Stopp genehmigt.

Norbert erforschte unterdessen unser Leinenproblem. Jeff half ihm. Er kannte das gleiche Problem von seinem Boot und seine Lösung war die Gleiche, die sich auch Norbert überlegt hatte.

Zwei Tage später war alles geregelt, nur abreisen durften wir nicht. Für drei Tage hatten wir bezahlt, die mussten wir auch bleiben!

Freitag hatten wir also Zeit und machten einen Ausflug nach Las Grietas, einem schmalen, wassergefüllten Canyon. Herrlich kühles Wasser, grünlich im Sonnenlicht schimmernd. Es war ein wunderbares Gefühl darin zu schwimmen. Keine Welle patschte mir ins Gesicht, die seitlich steil aufragenden Felsen reflektierten die Lichtspiele auf dem Wasser. Zweimal schwammen wir dort, dazwischen wanderten wir zu einem Plateau hinauf, von dem wir einen herrlichen Blick über die Bucht von Santa Cruz.

Danach hatte ich Hunger und so futterten wir noch einmal das köstliche Ceviche mit Koriander in dem kleinen Restaurant am Fischmarkt.

Heute ist Samstag und wir sind wieder auf See, unser zweiter Versuch. Diesmal ist es schon ein komisches Gefühl.

 

Fazit: lauft ihr Galapagos an, rechnet mit dem Schlimmsten. Versteckt alles, was wichtig für euch ist!!! Es gibt keine echten Regeln, es herrscht die nackte Willkür.

Übrigens, wir haben hier Paracetamol nachgekauft. Man bekommt die Tabletten einzeln aus der Dose, ganz ohne Verfallsdatum, 0,50 Dollar das Stück!