Sonntag, 01. Februar

Klein Curacao

8 Meilen vor Curacao liegt diese kleine unbewohnte Insel, auf der Urlauber und echte Curacao/ten?, -ler?, -Curasacen? herrliche Stunden verbringen können. Segler auch, denn kommt man von Bonaire bietet sich ein Stopp an.

Von Weitem sieht man den alten Leuchtturm, eine malerische Ruine. Nachts blinkt sein Licht jedoch noch und weist den Reisenden den Weg.

Am Strand stehen mit Palmwedeln gedeckte „Hütten“, man wähnt sich mitten in der alten Bacardi-Werbung.

Der menschenleere Strand ist ...ss, der flache Unterwasserbereich t..., das tiefe Wasser ist ….!

(Kann inzwischen jeder ergänzen)

Direkt hinter dem Strand wachsen flache Büsche und gemeine kleine Stachelkugeln produzierende Gräser. Unmengen von Eidechsen leben hier., Wasserschildkröten suchen vor dem Strand nach Futter. An der Ostseite verrottet malerisch ein altes Schiffswrack, daneben eine gestrandete Yacht.

Wir legten die SPICA an eine von drei Bojen, schwammen an Land und sahen uns alles an.

Ich nutzte die Gelegenheit und legte mich in das oben erwähnte Stachelgras. (Mehr müsst ihr nicht wissen!) Danach klaubte ich mir 30-40 Stachelkugeln von meiner Kehrseite, entfernte etwa genauso viele von meinem rechten Oberschenkel, ca. 10-15 von den Füßen und ca. 20 von meiner rechten Hand. Jede Einzelne wehrte sich erbittert. Norbert zog mir dann noch die restlichen, mit gemeinen Widerhaken bewaffneten Stacheln mit einer Pinzette aus der Haut.

Aber auch das, (der schlimmste Schmerz war vorbei) vergällte mir die traumhafte Aussicht auf Insel und Strand nur kurz.

Hinter uns lag ein historischer Dreimaster vor Anker, majestätisch im Licht der Abendsonne, eine Idylle.

In der Nacht heulte der Wind und das Krachen der Wellen, die sich an der Südspitze brachen, raubte mir ab und zu den Schlaf.

Am nächsten Morgen brachte der erste Touridampfer schon um 8:40 Uhr neue Tagesgäste und es war nicht der Letzte!

Montag, 3. Februar

Willemstad

Die Hauptstadt von Curacao schmiegt sich an die Ränder einer riesigen Lagune. Schön restaurierte bunte Häuser in historischem holländischen Stil säumen die Ufer. Die beiden interessantesten Stadtteile Punda und Otrabanda sind durch eine lange Drehbrücke miteinander verbunden, die zur Seite gedreht wird, wenn Schiffe ein und auslaufen.

Zwei Kreuzfahrer lagen im Hafen , auch der alte Dreimaster, der vor Klein Curacao hinter uns ankerte, lag ebenfalls an der Pier.

In Punda gibt es einen venezuelanischen Obst- und Gemüsemarkt. Die Boote bringen frisch Ware aus dem nah gelegenen Venezuela und verkaufen es direkt von Bord. Auch einige Fischerboote bieten ihren Fang des Tages an. Wir suchten uns einen Fisch aus, ließen ihn filetieren und genossen abends das feste, wohlschmeckende Fleisch. Eine gute Wahl. Die Fischer freuten sich über die sechs Dolares, die sie dafür bekamen. (Wir haben nicht gehandelt)

Das Einklarieren beim Custom oder Duane, wie es hier auch genannt wird, war unproblematisch und witzig, denn der Beamte hatte gestern Abend neben uns am Nachbartisch in dem kleinen einheimischen Fischimbiss gesessen. Er hatte uns wieder erkannt und auch wir erinnerten uns, denn uns war vor allem seine schöne Frau oder Freundin aufgefallen, „the pretty Lady in red“. Nach diesem Spruch strahlte er richtig.

Bei der Immigration nahm ich noch rasch etwas Sprachunterricht. Auf den ABC-Inseln gibt es eine gemeinsame Sprache, das Papiamentu. Sie besteht fast überwiegend aus Spanisch, aber es gibt auch afrikanische und englische Anteile.

Zur Begrüßung sagt man: Bon dia, bon tardi oder bon nochi, zum Abschied Ajo, das wird im Reiseführer mit Tschüss übersetzt. Damit komme ich als Berlinerin gut zurecht!

Willemstad werden wir noch ausführlich erkunden, für heute reichte es jedoch und so fuhren wir mit dem Bus zurück zur Caracas Bay. 

Donnerstag, 05. Februar

Mystic Rainforest in Santa Catherina

-Alte Bauwerke, Tempel und Skulpturen der Maya, Azteken und Arwaken

-eine gute Übersicht über exotische Vögel, Insekten und Reptilien

alles eingebettet im tropischen Regenwald. (Ich betone hier mal tropisch, denn laut Meldungen aus Berlin gibt es zur Zeit auch dort einen solchen, der jedoch nicht besonders tropisch ist).

Hört sich doch gut an, oder?

Es war wirklich nett. Rosi, Klaus und Beate hatten ein Auto gemietet und nach ein paar kleinen Umwegen erreichten wir Santa Catharina und die oben beschriebene touristische Attraktion.

Die Tempel und Ruinen waren schön gestaltet, ich hätte in manche direkt einziehen können. Sie wurden um ein wirklich originelles Dschungelrestaurant herum gebaut. Die üppige Vegetation hat alles großzügig überwuchert, vieles sah wirklich echt aus.

Diverse Papageien hockten in den Kronen der Bäume, auf hohen Ästen oder turnten über ein paar Kletterbäumen. In den Tempeln gab es neben ein paar dort hockenden alten Göttern einige Terrarien mit Taranteln, Schlangen und ein paar Fröschen. Leguane streiften herum, die Sonnenstrahlen flirrten durch das Grün des Blätterdachs.

Allerdings gab es auch ein paar sehr schräge Darstellungen. In einem „Beinhaus“ leuchteten im Schwarzlicht Skelettteile, zwischen Wurzeln und Steinen saßen Spinnen und Käfer, dazwischen gab es ein paar Pflanzen (alles künstlich), so eine Art Mini-Geisterbahn. Nicht unbedingt mein Ding, aber Kinder haben bestimmt Spaß an diesen Räumen.

Unser Lady-Guide kam aus Surinam. Die Führung war lang. Anstelle der üblichen 50 Minuten waren wir 90 Minuten unterwegs, trotz des Seniorenrabatts, den Rosi ausgehandelt hatte. Sie hatte echt Spaß und erzählte interessant, in einem wunderbar verständlichen Englisch.

Anschließend gab es noch eine Fotosession, dann fuhren wir weiter.

Klein Tabak, eine Lagune, erwies sich als langweilig und vermüllt. Die daneben gelegene Straußenfarm hielt ihre schnellfüßigen Lockvögel unter Verschluß, ohne bezahlte Führung keine Strauße. Dafür gab es um den offenen Bereich herum viele Schweine!!! Ganze Familien durchstöberten das Terrain, nur durch einen Zaun von uns getrennt. Leguane lungerten herum und warteten auf Futter, ein Sittichpärchen ließ sich gern auf meinem Arm nieder und versuchte beharrlich, meine Uhr zu fressen.

 

Happy Hour im Piratennest

Durstig und hungrig ergatterten wir einen Tisch und bestellten erst einmal einen Eimer Bier, ein Happy-Hour-Spezial, bestehend aus 10 Flaschen auf Eis. Nach dem Genuß von zwei Flaschen ließ ich mich dann schon Mal mit Captain Jack Sparrow fotografieren, man gönnt sich ja sonst nichts.

In diesem Restaurant gibt es ein köstliches Salatbuffet, absolut umwerfend. Die dazu gelieferten Spareribs schaffte ich dann allerdings nicht mehr.

 

 

Sonntag, 08. Februar

 

 

Neuigkeiten

 

Heute waren wir noch einmal in Willemstad. Alles rüstet sich für den Carneval.

 

PS: Ich habe noch ein paar schöne Fotos in den Beitrag „Willemstad“ eingestellt.

Montag, 10. Februar

Spanish Water

An der Südküste Curacaos liegt dieser große „Fast“-Binnensee. Ein schmaler Kanal, an deren Seite sich ein luxuriöser Hotelkomplex befindet, führt vom Meer hinein in dieses verzweigte Gewässer, in dem es von ankernden Yachten nur so wimmelt. Auch wir liegen hier, sicher und geschützt. Viele schöne Häuser stehen an den Ufern und auf den Hügeln, die es umgeben. Abends leuchten die Lichter und es sieht heimelig und gemütlich aus.

An der Westseite ragt ein grün bewachsener Felsen aus dem dort flachen Land, der uns zum Aufstieg animierte.

Auf dem Weg dorthin steht auf einer Anhöhe ein kleines altes Fort, das mit vielen Kanonen bestückt, für Schutz vor Eindringlingen sorgte. Auch heute stehen sie noch in Reih und Glied und zeigen hinaus auf das Wasser.

Etwas weiter oben wurde der Weg zu einem Pfad, der sich schmal zwischen stacheligen Büschen und unendlich vielen Kakteen den Hang hinauf wand. Scharfes vulkanisches Gestein erschwerte den Aufstieg, konnte uns aber nicht aufhalten. Selbst als sich an Norberts Wade ein kleiner Eselsohrkaktus verhakt hatte und sich mit tragen ließ, stoppte uns das nur kurz. Ich entfernte das fiese Teil, aber ich glaube, es hat mir genauso weh getan wie ihm.

Aber dann am Gipfel, was für eine Aussicht!!!

Auf dem Rückweg beobachtete ich noch einige Pelikane beim Fischen. Sie hatten mit ihrer Sturzflugtaktik deutlich mehr Erfolg als die Angler am Ufer, denn sie schluckten ständig ihre frisch gefangenen Fische hinunter. Diese Sturzflüge sind spektakulär, besonders aus der Nähe, man wundert sich jedesmal, daß sie sich nicht den Hals dabei brechen.

Dienstag, 10. Februar

Mit dem Auto durch den Christoffel Park

Kurz vor der Nordspitze der Insel liegt dieser 230 HA große Nationalpark, ein hügeliges, grün bewachsenes Terrain, durchzogen von Wanderwegen und zwei,mit dem Auto zu befahrenen Rundtouren. Auf schmalen geteerten Wegen geht es die Hügel hoch, meist so steil, daß das kleine Auto es nur im ersten Gang hinauf schafft – und wehe man schaltet zu spät! Oben auf dem Grat kippt man dann, wie bei einer Achterbahn, ins Leere, jedes Mal hoffend, daß die Straße die Richtung auch ja beibehält.

Eine spannende Fahrt durch die dichte Vegetation, die aus Büschen, diversen Kakteen und ab und zu kleinen Wäldern, deren Bäume wild verknäulte Äste von sich strecken, besteht.

Auf kleinen Parkplätzen läßt man das Auto stehen und erkundet die Umgebung. Mal ist es die Ruine eines alten Landhauses, ein schöner Aussichtspunkt, eine kleine Kupfermine oder ein seltener Baum, wie z.B. der „Mata Piská“ (Fischkiller) dessen Zweige früher von den Fischern verwendet wurde. Sie setzten die Fische damit unter Drogen um sie so leichter zu fangen!?!

Etwas höher an den Hängen sahen wir zunehmend Bromelien, die gelb-grün den Boden bedeckten und deren vorwitzige und rustikale Variante sich sogar in den gruselig stacheligen Kakteen niederließ.

Besonders spannend war eine große Höhle, die sich weit in den Fels hinein zog. Schöne Farben und Formen lockten uns immer weiter, aber der sehr unebene, von Löchern durchzogene Boden wurde dann ohne Lampe zu gefährlich. Fledermäuse gibt es hier. Ich hörte ein hohes Fiepen, auch geruchsmäßig war es möglich, aber gesehen haben wir keine.

Wieder draußen erfreuten wir uns an dem hellen Nachmittagslicht. Warawaras kreisten über uns, einer setzte sich fotogen auf einen Kaktus. Parrots kreischten im Flug und die kleinen gelben Zuckervögel zwitscherten in den Büschen. Ein einsamer Leguan watschelte auf dem schmalen Weg vor uns her und die Sonne brannte auf uns herunter. Nach vier Stunden machten wir uns auf den Heimweg.

Ein paar Kilometer weiter überraschten wir zwei Warawaras bei einem Festmahl. Sie hatten einen frisch überfahrenen Leguan gefunden. Des Einen Leid ist des Anderen Freud. (Leider ist mein Paparazzifoto ein wenig unscharf, so leiden nun schon Zwei!)

Ein schöner Tag, ein toller Ausflug.

Freitag, 13 Februar

Shete Boca

Vier Buchten gehören zu diesem Nationalpark an der Nordwestküste. Eigentlich sind es tiefe Einschnitte in eine karge, steinige Küste, in denen die einlaufenden, meist hohen Wellen in riesigen Gischtwolken explodieren. Meist! Heute, als wir diese vielgepriesene Attraktion erleben wollten, war wohl der windstillste Tag des Jahres.

Trotzdem war es schön.

In einer zum Meer hin offenen Höhle saß ich eine Weile und schaute den aus einer alten Dünung entstandenen „Wellenbergen“ zu, die auf mich zurollten und von denen man nie wußte, ob sie einen noch erwischen oder nicht. (Foto 1+2)

Zwei Buchten waren wegen des akuten Wellenmangels unspektakulär, die dritte aufgrund der Felsformation einfach schön. In dem ausgewaschenen Trichter fanden wir versteinerte Korallenstöcke, faszinierend in ihrer Perfektion.

Norbert schloß Freundschaft mit den winzigen Krebsen, die sich auch gern einmal eine Muschelschale überstülpten, fast als würden sie in ein neues Kleid schlüpfen. Sie leben in einer zauberhaft bunten Umgebung, einer kleinen Welt aus winzigen Kieseln, abgeschlieffenem Glas und polierten Korallen.

Die vierte und letzte Bucht, Boca pistol, bot trotz der immer noch fehlenden Wellen ein Superspektakel. Aus einem halbrunden Kamin, am Ende der Bucht schoß die Gischt heraus, manchmal hoch hinauf, dann wieder 20 bis 30 m zurück, fast bis zur Besucherplattform. Ein tolles Schauspiel, ich konnte mich nicht satt sehen und wagte mir gar nicht vorzustellen, wie das bei 2-3 m hohen Wellen aussehen mag.

Montag, 16. Februar

Die Westküste

Unser letzter Ausflug.

Bucht an Bucht und Strand an Strand reihen sich aneinander, wenn man. Willemstad im Rücken, nach Norden fährt.

Am besten gefiel mir die „große Knip“, ein Bilderbuchstrand mit perfektem weißen Sand, rechts und links von Felsen eingerahmt. Idyllische Sonnenschirme bieten Schutz, in dem kristallklaren Wasser kann man herrlich schwimmen oder auch nur im herumstehen, ein wenig plaudern und die traumhafte Umgebung auf sich wirken lassen.

Auch bei Westpunt, dem nördlichsten Ort der Westseite, zeigen sich Land und Meer von ihrer schönsten Seite. Kleine Strände verstecken sich zwischen den Felsen der Steilküste, Fischerboote schaukeln malerisch auf dem Wasser..

Den Nordpunt haben wir ebenfalls besucht. Eine schauklige Fahrt über eine harte, ausgefahrenen Sandpiste brachte uns zu einem kleinen Parkplatz. Hier blühen schon ein paar Kakteen. Aus einem Blowhole sprühte Gischt, wenn eine Welle das Wasser hinein drückte.

Das Ende der Insel und das Ende unserer dreitägigen Autorunde.

Dienstag, 17. Februar

 

Bordalltag

Jetzt liegen wir schon über zwei Wochen in unserem Riesenplanschbecken Spanish Water vor Anker. Ca. 500 m müssen wir mit dem Dinghi fahren, dann erreichen wir „den Nabel zur Zivilisation“. Hinter diesem Dinghisteg liegt das Piratennest. Hier ist jeden Tag von 17 bis 18 Uhr Happy Hour, ein im Seglerleben wichtiges Ereignis.

An dem kleinen Kreisverkehr hält der Bus. Er bringt einen, so man will, in 30 Minuten nach Willemstad.

 

Jeden Morgen, außer am Sonntag, wartet um 10 Uhr der Einkaufsbus, ein kostenloser Service eines großen Supermarkts, der weiß, daß Segler oft viel Geld dort lassen, besonders wenn eine lange Strecke geplant ist.

Auch der einheimische Fischimbiß, bei dem wir nun schon zweimal gegessen haben, befindet sich auf diesem Areal. Hier gibt es ein gutes Internet, welches eifrig genutzt wird.

Zurück am Dinghisteg, der von einem netten großen schwarzen „gestandenen“ Securityman bewacht wird, ist es Zeit darüber nachzudenken, welche Art von Kleidung man am Körper behält und was man lieber wasserdicht verstauen sollte, denn auf den Rückfahrt geht es gegen die Wellen.

Oft genug kommen wir klatschnaß und klebrig zurück an Bord, müssen dann uns und unsere Klamotten abspülen um uns wieder wohl zu fühlen. Manchmal sogar unsere Einkäufe!

Man gewöhnt sich schnell an einen neuen Ort, auch an oft wechselnde oder auch treue Nachbarn.

Im Moment halten wir zusammen mit einer Hanseyacht die „deutsche Stellung“. Rosi und Klaus haben schon ausklariert und starten nach San Blas. Auch die beiden netten Amerikaner, Lucie und John aus Michigan sind vorhin fröhlich losgefahren. Wir warten noch bis Mittwoch. Wenn alles klappt bekommen wir ein neues Dinghi, in dem wir dann hoffentlich trocken unser Schiff erreichen werden, auch wenn es wieder einmal heftiger weht. 

Ein paar Bilder vom Carneval

Samstag, 22. Februar

Zu neuen Ufern, die letzten 600 nm diesseits des Panamakanals

Rosi und Klaus, die weder ein neues Dinghi, noch eine neue Ankerkette brauchen, sagten am Dienstag früh fröhlich Lebwohl und nahmen Kurs auf den San Blas Archipel.

Laut Nachrichten über Funk hatten sie mal viel und mal wenig Wind, zum Teil 3-4 m hohe Wellen und erreichten ihr Ziel heute, am Samstag Vormittag.

Das Geheimnis der Löcher in den Bananen

oder: den Tätern auf der Spur

Jeder kennt es: kauft man Bananen werden diese von allen Seiten begutachtet. Nur ganz einwandfreie Früchte schaffen es in den Einkaufskorb.

Mehrmals fand ich jedoch nach einigen Tagen eine Banane mit einigen ca. 1-Cent großen Löchern. Unser Bananenvorrat lagert, weit weg von den Äpfeln, in der Achterkabine in einem Netz. Mit war das unerklärlich. Auch bei Rosi gab es dieses Phaenomen. Beate, die bei ihnen zu Besuch war, beobachtete eine Fledermaus, die in ihrem Salon eine Runde drehte. War es möglich, daß sie für die Löcher verantwortlich sind? Bei uns müssten sie durch den Salon fliegen und dann durch den Gang nach hinten in die Achterkabine. Ich weigert mich zu glauben, daß sie wirklich so dreist sind.

Gestern Abend, wir saßen gemütlich in der Plicht beim Wein, schoß eine Fledermaus ein Meter vor uns unter unserem Sonnendach hindurch.

 

Jetzt wollte ich es wissen. Ich fesselte eine Banane und befestigte sie an der Wäscheleine.

Heute morgen, im allerersten Licht der Dämmerung vermißte ich meinen Mann. Er saß draußen und beobachtete, wie alle 2-3 Minuten eine Fledermaus heran schwirrte, einen Mundvoll Banane nahm und wieder verschwand. Ich inspizierte den Rest. Sie hatten in dieser Nacht eine halbe Frucht verspeist.

Nun ist es sicher. In unserem Schiff fliegen nachts die Fledermäuse herum und klauen unser Obst!

 

Karibische Verhältnisse

 

Es gibt Dinghis, Dinghis und „Dinghis“.

Die erste Variante sind große, stark motorisierte Schlauchboote, deren Besitzer mit schäumender Heckwelle cool über das Wasser rasen. Sie erreichen nach kürzester Zeit trocken und gut gelaunt ihr Ziel.

Die zweite Sorte wird etwas langsamer und vorsichtiger gefahren, da hier und dort das Sprühwasser einer Welle das Wohlbefinden ihrer Benutzer leicht beeinträchtigen könnte.

Wir sind die mit dem „Dinghi“! Klein, kein fester Boden, kein Kiel, klatscht es in wirklich jede Welle hinein. Die Crew ist patschnaß, hat meist ein mürrisches Gesicht und tropfnasse, klebrige Haare. Es kommt wirklich keine Freude auf!

Das sollte sich ändern.

Der Skipper beschloß: „Wir brauchen ein neues Dinghi!“ Ich stimmte schon zu, bevor er den Satz zu Ende gesprochen hatte.

Erfahrungen anderer Segler wurden eingeholt und der zur Lagerung erforderliche Platz an Deck vermessen. Norbert wälzte Kataloge und bald stand fest: ein AB mit Aluminiumboden (ultralight), 8 Fuß, ist das Schlauchboot unserer Wahl.

Auf zu Budget Marine, in deren Katalog er fündig geworden war. Das Glück schien auf unserer Seite, denn genau dieses Modell sei auf einem Containerschiff nach Curacao unterwegs. Na super! Mittwoch/Donnerstag (11./12. 02.) würden sie das Schiff erwarten. Freitag war es dann wirklich da, der Container wurde ausgeladen aber... es war Carnevalwochenende und die Insel stand Kopf. Vor Dienstag, eher Mittwoch würde nichts passieren.

Am Mittwoch erhielten wir die Auskunft, das Dinghi wäre wirklich im Container gewesen ?!?!, aber jemand hätte schon eine Anzahlung geleistet. Wir könnten es am nächsten Tag vermessen, aber mehr nicht, es sei denn der andere Kunde würde es sich noch einmal überlegen.

Ich mußte auf dem Rückweg achtgeben, nicht auf meine Mundwinkel zu treten. Norberts Laune war auch nicht viel besser, aber was soll's, gehen wir halt ausmessen.

Donnerstag: Wieder bei Budget schauten sich die Verkäufer nur an, das Boot war noch nicht da. Allerdings stellte sich nun heraus, daß drei Dinghis im Container waren ?!?! und „unser“ Modell doch zum Verkauf stand. Die Anzahlung war für ein anderes mit GFK-Boden. Juhu!!!!

Freitag: der nächste Versuch. Tatsächlich, es war da. Wir nahmen die Maße. Es müßte gut auf unser Vorschiff passen. Gekauft. Am Nachmittag wurde es geliefert.

Die erste Fahrt: Ich saß hoch über den Wellen und blieb trocken! Der Luxus ist kaum zu beschreiben. Allerdings hatten wir jetzt drei Beiboote, denn Bobby Schenks hochgepriesenes Bananaboot, seit Galizien nicht mehr benutzt, lungerte ja noch an der Reeling herum.

Ein letztes Mal aufbauen, (mit dem normalen Maß an Flüchen) dann wurde es ausgesetzt. Der hiesige Motormechaniker nahm es ins Schlepptau. Er hatte versprochen, es irgendwelchen Kindern zu schenken. Ein letzter Blick, es hampelte wild in den Wellen hinter seinem Boot, dann war es verschwunden. Ich weinte ihm keine Träne nach.

Unser kleines Beiboot haben wir geschrubbt. In Aruba wird es noch mit Süßwasser gespült und dann in der Achterkabine als Ersatz eingelagert.

Wenn der Wind irgendwann einmal nachläßt werden wir mit unserer Neuerwerbung trocken und gut gelaunt eine große Runde drehen um es richtig einzuweihen.

 

Bordalltag – Wassernotstand

 

Jeden Mittwoch versorgt Bridget bedürftige Segler mit frischem Wasser. Man meldet sich über Kanal 72 und schon tuckert das „Wasserboot“ mit dem netten Namen Aquarius heran und das Tanken kann beginnen. (Wenn man die Attacken ihre „Security Dogs“ bei der Übernahme der Leine überlebt hat)

Am Freitag erlebten wir eine böse Überraschung. Unsere Wassertanks waren leer! Nach meiner Rechnung hätte das Wasser noch mindestens eine Woche reichen müssen. Mist!!!

Am Himmel zogen ein paar dunkle Wolken, die ersten seit Wochen und so beschlossen wir auf Regen zu hoffen und bauten Schläuche an die Abläufe unserer Regenrinnen, die sich rechts und links an unserem neuen Sonnendach befinden. 

Der Himmel hatte ein Einsehen und es begann tatsächlich zu regnen. Das Wasser rann erst tropfenweise, dann aber fröhlich durch die Schläuche und landete in zwei Eimern. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich ca. 10 l Wasser. Jetzt konnte ich wenigstens abwaschen. (War überfällig)

Mittags fuhren wir mit dem Bus zu Budget Marine, während weitere Wolken ihre Last über der Insel abluden, sozusagen ein Geschenk des Himmels.

Am Nachmittag erwischte ich Bridget über Funk. Sie erbarmte sich und versprach, uns am nächsten Morgen außer der Reihe mit Wasser zu beliefern.

Im Nachhinein war der Regen zur richtigen Zeit wirklich ein Geschenk, denn seither hat es nicht mehr richtig geregnet. Auch die Generalprobe mit unseren Regenrinnen hat mich beruhigt. In der Südsee kommt man manchmal schwer an Süßwasser, da ist diese Lösung bei starken Regenfällen eine echte Hilfe.

Donnerstag, 26. Februar

Noch einmal in Shete Boca

Seit Tagen jagt der Wind über Insel und Meer. Wir mieteten noch einmal ein Auto und wollten erleben, wie das an der Nordostküste so aussieht.

Es war schon beeindruckend.

Vor der Küste türmten sich die Wellen auf, rasten heran, krachten gegen die Steilküste, wogten zurück, trafen auf neue Wellen. Hohe Grundseen steilten hoch hinauf und brachen in weißem Schaum. Es pfiff, rauschte, dröhnte und krachte, ein wildes Spektakel.