31. August bis 05. September

Ollantaytambo im Heiligen Tal der Inkas

Allen Tagen war eins gemein: nachmittags saßen wir am Dorfplatz, tranken (jeder) ein Bier und schauten den Leuten zu, Touristen und Einheimischen, wie sie halt gerade kamen.

Ansonsten sind wir gewandert.

Den ersten Tag zu den Ruinen von Pinkaluna. Steil geht es hinauf und wenn man wieder zu Atem gekommen ist hat man einen fantastischen Blick auf den Ort und die umgebenden Berge. Träge lagen wir lange Zeit in der warmen Sonne, dann ging es wieder hinunter ins Tal.

Am Dienstag überquerten wir den Urubamba. Am Hang der linken Talseite führte der Weg immer bergauf, die schneebedeckten, sonnenbeschienenen Gipfel vor uns, das Urubambatal weit unter uns. Eine super Wanderung, auch wenn wir den alten Steinbruch der Inkas nicht erreicht haben.

Besonders schön war ein großer Kaktus am Weg mit seiner weißen Blüte. Auf seinen Armen hatten sich mehrere Schmarotzer verwurzelt, die ebenfalls ihre Blüten der Sonne entgegen reckten. Ein seltener, hinreißender Anblick.

Mittwoch

Die Wanderkarte, die wir im Touristenbüro erhalten haben, ist nicht gut. Gestern haben wir daher den Hang hinter der Festung von der anderen Talseite auf taugliche Wege inspiziert. Einer erschien uns machbar. Der Einstieg war etwas anspruchsvoll, aber dann erreichten wir einen gut begehbaren Weg, der sich vom oberen Teil der Festung hinauf bis zum Gipfel des Bergs zog, den wir von unserem Zimmerfenster aus sehen können. Die Sonne schien und auch hier war die Aussicht grandios. Beim Abstieg gingen wir frech durch eine unbewachte Tür in die Festung und nutzten die dort guten Wegen zum Abstieg.

Bei einer gemütlichen Pause auf einer Bank kurz vor dem Ausgang sahen wir einer Schulklasse zu, die Unterricht in „zeitnaher“ Geschichte erhielt. Mütter und Großmütter nahmen an dem Ausflug teil. Eine Busladung peruanischer Ladies in traditioneller Kleidung. Eine echte Attraktion.

Donnerstag

Mit dem „Batmobil“ fuhren wir ein kleines Stück in das Seitental, welches wir heute bewandern wollten. Diese kleinen, witzigen Taxis, von denen es hier einige gibt, hatten es uns angetan. Der Fahrer brachte uns scheppernd und klappernd zum Anfang eines Wanderwegs, der sich hoch über dem Tal an der Flanke der Berge entlang windet. Eine tolle Landschaft. Dieses Tal war grün. Eukalyptusbäume, Kiefern, viele kleine Büsche, von unten zogen sich grüne Terrassenfelder zu uns hinauf. Ochsen zogen Pflüge durch die Felder, Wasser gibt es reichlich und so ist die nächste Ernte auf einem guten Weg.

Unser Ziel war Pumamarka, ein alter Inkavorposten, der den Weg nach Ollantaytambo bewachte. Leider regnete es heute ab und zu, erst auf dem Rückweg schien wieder die Sonne. Faul am Wegesrand sitzend schauten wir über das Tal. Und dann bekamen wir noch ein Abschiedsgeschenk. Ein Kondor suchte den Hang des gegenüber liegenden Bergs nach etwas Essbarem ab, flog hin und her und verschwand dann im strahlenden, harten Blau des Himmels, der hier in der klaren Höhenluft viel viel blauer wirkt als überall sonst.

Cuzco – „Nabel der Welt“ - die alte Hauptstadt des Inkareichs

Es ist die älteste, ständig bewohnte Siedlung des amerikanischen Kontinents, eine Stadt voller Gegensätze.

Überladene Kathedralen voller Gold und Silber, Museen und unendlich viele Gassen in denen Boutiquen und Ramschläden um Kunden werben.

Hotels, Hostals, Pensionen ohne Ende, die Touris haben die Wahl.

Restaurants aller Kategorien, verhungern muß hier keiner.

Lebendige Geschichte, eine archäologische Schatzkiste.

Auch einen interessanten Markt gibt es hier, aber das wisst ihr ja schon. (Grins)

Es würde Tage dauern, alles zu beschreiben und würde dieser Stadt auch dann nicht gerecht.

Ich habe nur ein paar Fotos von Cuzco. Irgendwie wußte ich nicht wo ich anfangen sollte zu fotografieren.

Im Museum

Aber Eins ist sicher! Kein Fest oder Festival, das hier nicht ausgiebig gefeiert wird. Laut einer Einheimischen ist hier fast jeden Tag Party.

So auch gestern. Ein riesiges Folklorefestival „zu Ehren Marias“ mit Startnummern!! und vielen Teilnehmern aus dem ganzen Land.

Ein kleiner Bericht für Pflanzenfreunde

 

Unser letzter Tag in Cuzco. Die Sonne scheint auf den kleinen Garten unserer Pension. Die Blumen blühen in allen Farben. Obwohl auf der südlichen Halbkugel gelegen, sind es zu 95% die Gleichen wie bei uns in Deutschland.

Geranien, Margeriten, Steinkraut, Rosmarin,Ringelblumen,

Akelei, Vergissmeinnicht, Primeln, Schwertlilien, Mittags-

und Glockenblumen, Fuchsien, Mauerpfeffer, Callas,

Steinnelken, Fuchsien und Fette Henne.

Auch einen Trompetenbaum git es hier sowie eine wild wuchernde Rankpflanze mit schönen kelchförmigen rosa Blüten, die genauso üppig in Nicoles und Evas Garten in Berlin wächst, dort allerdings in orange.

Ein paar große Kakteen setzen exotische Akzente.

 

Auch ein paar Spatzen gibt es hier, allerdings im „Inka-Stil“. Die Köpfe sind gestreift, mit „Feder-Krone“, ähnlich wie bei uns die Feldlerchen.

Peru – ein vielschichtiges Land

Von den touristischen Anlaufpunkten und der wunderbaren, kaum zu beschreibenden Landschaft der Bergregionen sowie den Erlebnissen im Dschungel habe ich berichtet.

Der Tourismus ist in Peru ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nur die Einnahmen aus der Region rund um Machu Picchu herum (Hotels, Eintrittsgelder, Restaurants, Busse und Bahnen, Fremdenführer) belaufen sich laut GEO auf jährlich über 100.000.000,- Euro. Viele Menschen in dieser Gegend profitieren davon. In anderen, besonders in ländlichen Gegenden, ist das Leben schwerer. Die Einkommen sind niedrig, es gibt sogar Leute, die nur einem US-Dollar täglich zur Verfügung haben.

Rund um die größeren Städte ziehen sich Gürtel mit wild gebauten kleinen Häusern, errichtet aus Lehmziegeln, Beton oder Brettern. Ich mag gar nicht an die hier wohl heftige Regenzeit denken. Wichtig ist die Funktion, Farbe oder Schönheit hebt man sich für später auf.

Die Infrastruktur, wenn überhaupt vorhanden, ist minimal. Oft gibt es weder Strom noch fließendes Wasser.

Politisch gesehen ist das Land laut Infos seit ca. zehn Jahren stabil, die derzeitige Regierung versucht anscheinend verstärkt die Armut in den Griff zu bekommen, aber die Schere zwischen arm und reich ist gewaltig. Eine schwere Aufgabe.

Zur Zeit ist Wahlkampf. Da es auf dem Land noch viele Analphabeten gibt haben die Parteien Symbole, bei denen man bei der Wahl dann sein Kreuz machen kann. Indianerköpfe, ein Fußball, Spaten, Mutter mit Kind, eine Ohrenmütze, Lamas, alles auf den Wänden vieler Häuser „verewigt“.

Gestern, auf der Rückfahrt von Ollantaytambo nach Cuzco sind wir mit einem Collectivo (Kleinbus) auf einer Rumpel“straße“ durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet gefahren. Auf den Wiesen und Weiden suchten Schweinefamilien, Schafe, Hühner und ein paar Kühe nach Futter. Ab und zu ein paar Häuser und manchmal ein kleines Dorf lagen an der Strecke. Zum Anschauen war es idyllisch, zum Wohnen???

Wirklich arm sind aber die Bewohner der abgelegenen Regionen dieses riesigen Landes.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten. Die Wirtschaft wächst, ausländische Investitionen nehmen zu, Exporte im Bereich Landwirtschaft und Bergbau steigen. Durch das Amazonasgebiet verläuft seit Kurzem die Transozeanische Schnellstraße, die Peru mit Brasilien verbindet. Gut für die Wirtschaft aber mit Auswirkungen auf die Urwälder des Amazonasgebiets.

Die Bevölkerung hat sich in den letzten dreißig Jahren verdoppelt, auch das fördert die Armut. In vielen Städten, hauptsächlich in Lima ist die Kriminalität ein großes Problem.

Selbst in besser gestellten Bezirken kann man dort nicht einfach in ein Taxi steigen, sondern muß sich von Hotels oder Restaurants ein solches rufen lassen, nur sie kennen die sicheren Taxis. Diebstähle sind häufig, man muß aufpassen und am Besten nichts Wertvolles bei sich tragen.

Das ist aber nicht nur hier so.

Weitere Probleme sind Umweltschutz und zunehmend wohl Drogenherstellung und -transport, aber darüber weiß ich nicht viel.

Das Alles verdirbt den Einwohnern dieses Landes jedoch nicht die Laune. Es wird oft gelacht und gelächelt. Wir haben im Verlauf unser Reise viel spontane Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren, wann immer wir sie gebraucht haben.

Markt in Cuzco

Und nun noch die Geschichte des Tages:

Eine Frau, die ihr Kleinkind auf dem Rücken trug, las konzentriert in einer Zeitung während ihr Kind fröhlich an den nahen Hühnerkrallen (Bild 1) lutschte.

                    - und damit schließt die Redaktion bis zum 01. Dezember 2014 -

                            Wir sind auf dem Weg nach Hause