Kleine Dschungelschätze am Wegesrand

Freitag, 4. Juli

Abschied von Grenada → Auf nach Trinidad - Ein Fortsetzungsroman

Seit Tagen prophezeien sie beste Wetterbedingungen zwischen Grenada und Trinidad für die heutige Nacht. Also: ausklarieren um 11 Uhr, noch mal Emails abholen, dann schnell in die Sport Bar zum Viertelfinale: Deutschland : Frankreich. Juhu, gewonnen! Sogar ohne Verlängerung.

Abschied von Gitti, Fritz und Peter, das letzte Mal drücken. Es war eine schöne Zeit mit den Dreien, sie waren immer lustig und gut gelaunt.

Gestern hatten wir uns schon über VHF von Rosi und Klaus verabschiedet, die mit ihrer Salmon zwei Buchten weiter liegen. Brigitta und Horst haben wir nicht erreicht, aber die KlaRos wollten unsere Grüße weiter geben.

Um 15 Uhr war alles fertig, das Dingi verstaut und wir hoben den Anker. SCHOCK!!! So eine eklige, zugewachsene Ankerkette habe ich selten gesehen. Zeit zum Putzen hatten wir nicht, also modert der ganze schlabberige, glitschige Pelz nun in unserem Ankerkasten. Ich werde ihn versiegeln und nie wieder aufmachen!


Es war schön mal wieder zu segeln. Eigentlich war es ein Halbwindkurs, aber durch die westliche Strömung mussten wir bis zu 20° höher gehen.

Zum Abendessen gab es Pizza. Frisch und heiß, wie auf dem Karton versprochen, war sie nicht mehr, aber trotzdem absolut köstlich. Vor allem ohne komplizierte Nutzung der Bordküche. Es gab für jeden eine Halbe, die anderen Hälften hatten wir bereits nach dem Fußballspiel verputzt. Ich hätte gern noch mehr gegessen, aber eine Nachbestellung hätte den Lieferservice vielleicht überfordert.

Circa auf der halben Strecke zwischen Grenada und Trinidad liegen zwei Gasplattformen. Sie leuchteten wie Weihnachtsbäume in der Nacht und waren viele Meilen weit zu sehen. Fischer, Frachter und ein paar nicht zu definierende Objekte waren ebenfalls unterwegs. Man hatte jede Menge zu tun um das Alles einzuordnen. Allerdings bin ich schon um halb neun todmüde ins Bett gefallen. Ab 23 Uhr leistete ich Norbert wieder Gesellschaft, der aber dann doch noch bis vier Uhr die Stellung hielt, denn Regenfälle mit viel Wind, totale Flauten und ständig wechselnde Windrichtungen, nicht zu vergessen die starke Strömung und das Alles in der Nähe der Gasplattformen hätten den zweiten Steuermann wahrscheinlich überfordert.

Als die östlich Plattform dann endlich querab lag ging der Skipper schlafen. Freundlicherweise hatte der Wind ein Einsehen und so segelte ich mit einigen Korrekturen an der Windsteueranlage meist gemütlich vor mich hin. Erstaunlicherweise begann die Dämmerung bereits kurz vor 5 Uhr. Schön, denn im Hellen ist die Müdigkeit besser zu ertragen. Ein paar Minischläfchen habe ich mir gegönnt, aber meine 15-Minuten-Rundumblicke exakt eingehalten. Im Hellen stellte ich die Windsteueranlage mit Fingerspitzengefühl noch einmal nach und konnte dann um 7:30 Uhr dem Skipper ein perfekt segelndes Boot übergeben. Danach durfte ich noch mal knapp zwei Stunden schlafen bevor mich Norbert weckte. Der Wind schwächelte und ich musste unser Großsegel entreffen. Den Rest der Strecke ging es mal schneller, mal langsamer. Den Diesel wollten wir noch nicht anwerfen, denn Norbert hatte gestern in einem Kanister schwarze Partikel entdeckt, allerdings erst als dieser schon fast durch den Trichterfilter gelaufen war. Eine sofortige Schockbehandlung mit Grotamar (eine Art Antibiotika gegen Dieselpestbakterien) sollte das Schlimmste verhindern, jetzt heißt es hoffen und abwarten. Erst kurz vor der Einfahrt in die Enge an der Westküste Trinidads starteten wir den Motor, der ruhig und zuverlässig wie immer lief.

Etwas weiter im Westen sahen wir die Küste von Venezuela, unser erster Kontakt mit dem südamerikanischen Kontinent. Zur Zeit ist dieses wunderschöne Land mit seinen Wäldern, Flüssen, Wasserfällen, den Tafelbergen und den endlosen Llanos für Segler eine No-Go-Area, außer man ist mit extremen Gottvertrauen gesegnet.

Gegen 13 Uhr erreichten wir die Chaguaramas Bay, wo die SPICA die nächsten fünf Monate bleiben wird, legten uns an eine freie Boje und machten das Dingi klar, denn die hiesigen Behörden erwarten, daß man sich sofort nach dem Einlaufen anmeldet.

 

5. Juli, 14 Uhr

Customs und Immigration

Die offiziellen Öffnungszeiten dieser Behörden sind: werktags 8-12 und 13 bis 16 Uhr.

Trotzdem sind die Büros immer geöffnet und man muß sich unmittelbar nach dem Eintreffen anmelden. Es war sehr warm und ich lief nur noch „halbe Kraft voraus“. Bei der Immigration mußten wir zwei verschieden Formulare ausfüllen, beide in dreifacher Ausfertigung. Die Kohlepapiere fanden wir erst kurz vor Schluß. An der Wand hing ein Zettel. Frei übersetzt stand darauf: Hier wird nur gegen Vorkasse gearbeitet, absolutly no credit! 103 TT-Dollars wollte er haben. Ein Problem, denn TT- alternativ US-Dollars hatten wir nicht. Eine Cash-Mashine gab es nicht und die Zahlung mit Creditkarte war ebenfalls nicht möglich. Ich könnte ja mal sehen, ob sie im Restaurant Euros wechseln. Taten sie nicht, aber sie schickten mich zur Rezeption des Marina-Hotels. Die 100 m dorthin kamen mir endlos vor. Zum Wechseln von 40 € benötigten sie meine Personalien. O.k. Das Formular war schnell ausgefüllt. Allerdings brauchten sie nun meinen Paß. Dieser lag jedoch noch bei der Immigration. Ich fluchte nicht, noch nicht, sondern ging brav zurück, um ihn zu holen. Nach dessen Vorlage erhielt ich 281 TT-Dollars, schleppte mich zurück zur Imm. und zahlte unsere Gebühren. Nun bekamen wir ein Formular für uns und eins für den Kollegen vom Customs.

Hier noch einmal das Gleiche. Zwei Formulare ausgefüllt, ich ahnte Schlimmes. An der Wand hing ein Zettel mit der Information, daß die Gebühren für das Einklarieren 203 TT-Dollar betragen. 178 hatte ich noch. Ein erneuter Weg zur Hotelrezeption folgte. (Den Paß nahm ich diesmal allerdings mit). Als ich die 203 TT-Dollar bezahlen wollte schüttelte unser Beamte bedauernd den Kopf. Kommt man nämlich außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten muß man eine Überstundengebühr in Höhe von 25 % bezahlen. Außerdem wollte er die zweite Seite unseres Schiffszertifikats. Bis hier, an der gesamten europäischen Küste, auf den Kapverden und auf allen karibischen Inseln hatte die erste Seite gereicht! Außerdem sollte Norbert unsere zwei Signal“pistolen“ abgeben, wie würden eingeschlossen und für uns aufbewahrt, natürlich gegen Gebühr. Zurück zum Dingi. Ich fühlte mich inzwischen wie 85. Der Infekt, den Norbert sich vor ein paar Tagen eingefangen hatte, war bei mir angekommen.

Nach 20 Minuten waren wir wieder zurück. Die zweite Seite nahm er gern, aber unsere Abschußvorrichtung für die Signalpatronen wollte er nicht, denn nur richtige „Pistolen“ sind Pistolen.

Im Restaurant von Power Boats gönnten wir uns ein kaltes Getränk. Ich wollte ein Bier! Nach dieser Prozedur hatte ich das nötig.

Übrigens: Vor der Tür der Behörden stehen große Schilder. In Englisch und Spanisch wird darauf hingewiesen, in welcher Kleidung man diese Institutionen überhaupt nur betreten darf. Circa 15 Kriterien gibt es. Badelatschen zum Beispiel, Mode hin oder her, sind nicht erwünscht.

In der gesamten Karibik legen sie Wert auf angemessene Kleidung beim Ein- oder Ausklarieren, aber so extreme Vorschriften habe ich bisher nirgends gesehen.

Zurück auf der SPICA legte ich mich in den Salon und schlief sofort ein. Irgendwann raffte ich mich dann noch einmal auf und kochte Spagetti. Dann verschwand ich im Bett und kein Motorgeräusch oder ähnliches konnte mich aufwecken.

Am nächsten Morgen, um 10 Uhr, stand ich dann wieder auf. Leicht gerädert, aber auf dem Weg zur Besserung. Reha war angesagt. Einen Tag faulenzen und erholen, Sonntag halt.

6. Juli

Ein Sonntag in der Chaguaramas Bay

Reha! Unsere Blicke schweifen träge über die Bucht.

Am Nordufer liegen Unmengen von Schiffen aller Art. An Land stehen dicht an dicht aufgebockte Segelboote, so weit man sehen kann. Drei Servicefirmen teilen sich den Kuchen, wir bleiben bei Power Boats, vor deren Gelände wir an der Boje liegen. Direkt vor uns gibt es zwei sich gegenüber liegende dreistöckige Parkhäuser für die schnellen, schmalen Motorboote, die hier anscheinend besonders beliebt sind, denn die 60 bis 70 m langen „Regale“ sind proppenvoll. Wird ein Boot benötigt holt ein Gabelstapler dies aus seiner Box und setzt es ins Wasser, ebenso umgekehrt.

Heute, am Sonntag, war viel Betrieb. Das Aus- und Einlagern der Boote ging ohne Pause. Oft drehte der Wind, so daß wir ständig neue Ausblicke hatten, ohne uns auch nur von der Stelle zu rühren. Pelikane gleiten zwischen den Booten über das Wasser, große Schwärme Raubvögel kreisen hoch über der Bucht. Im Wechsel von Sonne und Wolken strahlen Boote und Wasser oder versinken im Grau der Regenwolken. Häufig prasselt Regen auf das Wasser. Wir nutzten zwei dieser Wolkenbrüche zum Duschen. Besonders schön ist das darauf folgende Leuchten die weißen Segelboote vor dem schwarzen Himmel, wenn über uns die Sonne schon wieder scheint.

Bei Power Boats

Seit Montag Mittag liegt unsere SPICA am Dock C, Platz Nr. 11.

Es war ein sonniger Tag und nach kurzer Zeit lüften konnten wir alle drei Segel abnehmen und trocken einlagern. Ein Riesenschritt, denn trockene Tage sind rar.

Auf dem Gelände gibt es viele Servicefirmen, einen kleinen Supermarkt und das schon erwähnte Restaurant.

Wir möchten uns hier eine Sonnen-/Regenschutzplane nähen lassen, bisher haben wir nur improvisiert. Außerdem bekommt unsere Plicht richtige Sitzkissen, mit Vinylhülle, so daß nicht jeder Regen auf dem blanken Holz ausgesessen werden muß. Auch die Motorsockel müssen erneuert werden.

Und dann ist ja auch noch Fußball. Im Restaurant bauen sie zu den Spielen eine Großbildleinwand

auf. Dort haben wir das sensationelle Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft gegen Brasilien gesehen. Was für ein Erlebnis. Seit diesem Spiel fahren hier manche Autos mit deutscher Fahne herum. Ein Internet, das den Namen verdient, gibt es hier allerdings nicht, aber in der Nachbarmarina, im Café Feel Oh, sitzt man bequem zwischen Klimaanlage und ständig laufendem Fernsehgerät. Schön ist der Weg dorthin. Ein Trampelpfad führt durch eine üppig grüne Wiese mit blauen Glockenblumen und fast hüfthohem Gras, das sich fröhlich im Wind wiegt. Wunderschön, ein bißchen wie zuhause.

Vor dem Power Boats Gelände, direkt am Zaun, gibt es mehrere von freundlichen Ladys betriebene Stände, die Frühstück und Lunch zum Mitnehmen anbieten. Das wird von den einheimischen Arbeitern gern angenommen und auch ich habe auf dem Rückweg zugeschlagen. Reis mit Schweinegoulasch und Salat. Gegessen haben wir es allerdings erst abends. Der Reis ist durch die Jambalaya-Gewürzmischung fast dunkelbraun und schmeckt absolut umwerfend. Das Fleisch war ebenfalls sehr lecker. Sie kochen, wie sie mir erzählten, jeden Tag etwas Anderes. Da gibt es noch viel zu probieren.

Gänge über das Gelände sind auch immer interessant. So viele verschiedene Boote, Namen, Herkunftsland, Unterwasserschiff, es wird nie langweilig.

 

Ein Stück von uns entfernt, an einem Imbiß, leben ein paar Leguane. Leuchtend grün klettern sie auf den Büschen oder auf dem Dach des kleinen Hauses herum oder laufen durch den Kies. Besonders scheu sind sie nicht, wenn man keine hastigen Bewegungen macht lassen sie sich nicht stören.

Am liebsten gehe ich aber am Wasser entlang. Auf den Pfosten machen es sich die Pelikane bequem, putzen ihr Gefieder und ruhen sich aus. Lustig ist es wenn sie sich ausbalancieren, ihren Bauch auf die Füße lagern und ein Schläfchen machen. Sie sitzen dann da wie die Enten bei uns im Park.

Am Ende der Bucht gibt es zwei große Hotelmarinas der Luxusklasse.

Das Bojenfeld, in dem wir liegen, ist gut genutzt, freie Bojen gibt es keine mehr. Ein Stück weiter draußen ist ein Ankerfeld abgesteckt. Auch viele große Frachter liegen in Richtung Port of Spain vor Anker, mal nur kurz, oft aber auch längere Zeit.

Immer wieder jagen die kleinen Schnellboote an uns vorbei und bringen alles heftig ins Schaukeln. Wir haben sechs Stunden nur geschaut und geredet. Ein toller Tag. Besonders hat mir ein vorbei fahrendes Dingi gefallen, auf dessen Spitze ganz cool ein riesiger schwarzer Hund stand und alle, auch die heftigsten Wellen ignorierte. Abends trieb ein auf den ersten Blick leeres Schlauchboot herum. Ein paar Einheimische in einem Wassertaxi weckten den darin schlummernden Besitzer, der daraufhin grummelnd zu den Rudern griff. Sie geleiteten ihn dann noch fürsorglich bis zu seinem Boot, damit ihm auch ja nichts passiert.

Abends fuhren wir zu dem Restaurant auf dem Power Boat Gelände. Die Preise ließen uns erst einmal schlucken. Dann verspeisten wir in Gesellschaft vieler Inder und einiger Afro-Trinidadianer Rippchen mit Salat, die köstlich schmeckten. Dazu gab es „Plörrbräu, das Bier das nur im Dunkeln schäumt“.

Norbert – In tödlicher Mission oder Gecko QC1

Auf Porto Santo, der Nachbarinsel von Madeira, haben wir seinerzeit auf Anraten der “blauen Felixe", Sabine und Sven, einen elektronischen Mückenkiller erstanden, ihn eingelagert und danach wieder vergessen.

Hier auf Trinidad gibt es jede Menge Mücken und noch mehr von diesen winzigen Kleintieren, die man kaum sieht, die sich aber hemmungslos auf jedes freie Stück Haut stürzen und es sogar schaffen, die Hornhaut unter den Fußsohlen zu durchbohren. Egal wie winzig sie sind, es juckt nach jedem Stich ca. 15 Minuten wie wahnsinnig. Nachdem wir in den letzten zwei Wochen unser Anti-Brumm bis auf den letzten Tropfen aufgebraucht haben, fiel mir dieses vielleicht nützliche Gerät wieder ein. Es hatten sich inzwischen etliche Mücken in den dunklen Ecken unseres Boots verschanzt, die nur nachts zum Essen heraus krochen um sich an uns zu laben.

Dies hat nun ein Ende!

Unser Mückenkiller, der aussieht wie ein kleiner Tennisschläger, ist erbarmungslos. Ein Knopf erzeugt Hochspannung zwischen den Drähten und jede Mücke, die man damit erwischt, geht in einem kleinen Knall und einem Blitz zugrunde.

Norbert, dem sein wöchentliches Tennisspiel eh sehr fehlt, schwingt dieses kleine Spielzeug mit Begeisterung. Seine Techniken sind Vorhand-, Rückhand- und Überkopfschwünge (etwas schwierig wegen der Deckenhöhe von zwei Metern). Sie haben verheerende Auswirkungen auf das Leben der kleinen Quälgeister. Es funkt, zischt und blitzt ohne Unterlaß. Heute Nacht habe ich seit langer Zeit das erste Mal wieder in einer fast mückenfreien Umgebung geschlafen. Sehr erholsam.

Freitag, 18. Juli

Krantermin in strömendem Regen

Soll ja gut sein für die Haut!

Unser nun wieder sicher auf vier neuen „Füßen“ stehender Motor schnurrte mit seinen ebenfalls neu eingestellten Ventilen vor sich hin. Das hört sich an wie eine satte, gut gestreichelte Katze, während es vorher schon ein wenig geknarrt und geröchelt hat.

Es war eine viel zu kurze Fahrt bis zum Kranhafen, um den neuen Sound richtig genießen zu können.

Der Kran hob unseren 12-Tonner sozusagen mit zwei Fingern an und der coole Kranführer bugsierte uns gekonnt zu unserem Landplatz, mit oft weniger als 15 cm Platz auf jeder Seite.

Unser Unterwasserschiff sah auf den ersten Blick nicht schlecht aus. Dann kam Andy. Er sollte dieses von Muscheln und Bewuchs befreien und bis zum neuen Wasserpaß (15 cm höher) schleifen.

Jetzt steht die SPICA da. Die Stellen, die unsere „Superfirma“ in Freest nachgepfuscht hat, mußte Norbert bis auf den Stahl herunter schleifen.

Für gestern und heute war gutes Wetter voraus gesagt. Das war auch so bis wir mit dem Schleifen fertig waren, dann fing es an zu regnen. Das tut es auch heute wieder und leider sind die Vorhersagen nicht besser. Mal sehen, ob wir noch ein paar Chancen zum Streichen bekommen.

Gitti, Fritz und Franz, unsere drei Österreicher mit denen wir in den letzten Wochen oft zusammen saßen, sind gestern nach Hause geflogen. Es war eine schöne Zeit mit ihnen!

Im Moment ergötzen wir uns an der wunderschönen Homepage von Franz (Berufsfotograf). Tolle Fotos bei schöner Musik. Gönnt euch einen kalten Weißwein, ich habe gelesen es ist sehr heiß in Deutschland, und laßt euch entführen in eine Welt der Sonnenuntergänge, Blumen und Wind und Wellen.

Ihr findet sie unter: www.segeln4you.at

Schaut sie euch an, genießt sie aber vergeßt uns darüber nicht ganz.

28. Juli

Alles Neu!

Mein Leben besteht zur Zeit wieder einmal aus Farben anrühren, 100 x täglich (fast) die Leiter hoch und runter klettern, Tape anbringen, streichen, Tape wieder abziehen und dann alles wieder von vorn.

Norbert hat es schwerer. Er muß schleifen, kratzen, (nicht mich!) Propeller, Welle und das angeschlagene Wellenlager ausbauen, einen passenden Stahlbürstenaufsatz für die Bohrmaschine organisieren (=viele Kilometer laufen) und SPICA's Technik in Ordnung bringen.

Das Wetter war überfreundlich. Zwei Tage ohne Regen, Sonne pur. Wir haben in dieser Zeit viel geschafft. Am Dienstag haben wir mit dem Renovieren begonnen. Morgen, am Montag, sind wir mit den Farbarbeiten fertig. Das Antifouling streichen wir im Dezember.

Unser Schiffchen ist zum „Einjährigen“ merklich luxuriöser geworden. Wir haben jetzt unter dem Stahldach zwei Ledlampen, super zum Lesen und auch das Essen sieht deutlich besser aus als vorher in dem bläulichen Licht der Magnettaschenlampe, die einem noch dazu manchmal auf den Kopf gefallen ist.

Außerdem haben wir uns Polster für die Plicht anfertigen lassen. Das ist Luxus pur. Kein von Stöhnen begleitetes Verlagern der „Sitzfläche“ mehr. Sie sind so perfekt, daß wir nun auch draußen schlafen können.

Ein neues Sonnen-/Regendach in einem warmen mintgrün mit einem Stich ins gräuliche (aber kein mausgrau, sondern ein schönes elefantengrau) schützt uns vor dem Jeweiligen und davor, daß uns der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

So gut ausgestattet und in Schuß war SIE bestimmt schon lange nicht mehr.

Unsere mit Schweröl verschmutzten Festmacher habe ich auch gereinigt. Sie sind wieder blitzsauber.

Zur Zeit schlafen wir im Salon. Auf der Luke über unserm „Schlafzimmer“ sitzt eine Klimaanlage, die morgens ein wenig und nachmittags bis abends läuft. Sie verbreitet angenehme Kühle und hält die Feuchtigkeit im Schiff in Grenzen. Segel, Polster, Rucksäcke, Kissen, alles ist vorn eingelagert, denn die Achterkabine, unser Gästezimmer, ist zum Malerbetrieb umfunktioniert worden. So muß ich nicht bei jedem Farbtopf oder Pinsel, den ich brauche, kopfüber in den Kojen wühlen.

Aber Leute, das Arbeiten ist man nicht mehr gewohnt. Meine Muskeln, vorwiegend an den Armen, sind abends „wie eine Flasche leer“ und morgens steif.

Das Schlimmste ist aber (und daß ich das je sagen würde hätte ich vor einem Jahr niiie gedacht) das mir das Schaukeln und Wiegen in den großen und kleinen Wellen furchtbar fehlt!

31. Juli

Adieu Karibik

In zwei Tagen ist es soweit. Wir verlassen die Karibik und fliegen nach Peru. Ein Riesenabenteuer.

Das erste Mal in meinem Leben mache ich einen Rucksackurlaub und dann auch noch zu so einem Traumziel. Ich fliege voller Freude und Erwartungen und mit Herzklopfen.