2. Dezember

Zurück in den Tropen

Wow! 34°C Temperaturunterschied, dazu die feuchte Luft machen uns zu schaffen. Also alles schön langsam angehen lassen. (Ich schwitze schon, wenn ich nur duschen gehe!)

 

11 Wochen Berlin, 11 Wochen Fete!

Die deutsche Wirtschaft hat sich in dieser Zeit erholt, die Unternehmen, besonders die Sektkellereien, schauen wieder hoffnungsfroh in die Zukunft.

Das Wiedersehen mit Familie und Freunden war einfach toll. Freude, Umarmungen, das schöne Gefühl des sich Wiederhabens, ich habe es für stille Zeiten abgespeichert, eingelagert, wenn man so will.

Dann der Sport. Nach 1 ½ Jahren fällt alles doch sehr schwer. Der Muskelkater war unser ständiger Begleiter. Nach ein paar Wochen wurde es besser. Norbert kam wieder vergnügt vom Tennis und bei seinem Abschiedslauf in Berlin war ein kleiner Teil der alten Form wieder da.

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Das erste Mal einkaufen bei Kaisers! Andächtig standen wir mit großen Augen vor den Gemüseregalen. Das leuchtende Grün der knackigen Wirsingkohlköpfe, das Orange der festen, nicht biegbaren Mohrrüben, die vielen Gemüsesorten, alles in bester Qualität, ich konnte mich nicht satt sehen.

Beim Sehen ist es nicht geblieben. Viel von den genossenen Köstlichkeiten habe ich an mir aufbewahrt. Ich brauche nun dringend ein paar Tage auf See, wo sich der Appetit in Grenzen hält.

 

Wunderschön war auch mein erster Lauf über die Buga. Nach der rustikalen Vegetation der Karibik (ich meine nicht den Regenwald) und dem doch recht lockeren Umgang mit dem Müll war es ein Erlebnis, diese gepflegte Anlage mit dem leuchtend grünen, üppigen Rasen und der schönen Bepflanzung zu erleben.

Die Feiern zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls waren stimmungsvoll und riefen viele Erinnerungen wach.

Berlin ist großartig, vielseitig, vertraut und immer wieder neu. Ich liebe es sehr und habe jede Minute unseres Heimaturlaubs geliebt.

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Nach 11 Flugstunden sind wir gestern Abend in Tobago angekommen. 11 Stunden, eine kleine Ewigkeit, aber wir hatten ein schönes neues Flugzeug und nette Flugbegleiter. Ab und zu schlängelten wir uns durch die Gänge und schwatzten mit Rosi und Klaus, die ein paar Reihen hinter uns saßen.

Leider traf unser Gepäck nicht mit uns auf Tobago ein. Meine schönen Sachen, alles was ich besorgt hatte. Ich lechzte nach Blut!!!

Jetzt müssen wir eine Woche bibbern, ob sie unsere Taschen finden und ob diese dann nach Trinidad geliefert werden.

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Auf der SPICA war alles ok und so gönnten wir uns im Restaurant an der Wasserkante noch ein schönes kaltes Bier. Viele Yachten wiegten sich auf dem Wasser vor dem dunklen Himmel.

Aus der Musikanlage tönte es „Stille Nacht“ (was den Tatsachen entsprach) und ganz langsam kam ich wieder zur Ruhe und erlag dem Zauber der Tropennacht.

23 Stunden waren wir auf den Beinen, dagegen konnten auch die verlorenen Koffer nicht anstinken. Uns fielen die Augen zu.

 

4. Dezember

Unser Gepäck steht in Frankfurt und wird am nächsten Montag hoffentlich auf Tobago eintreffen.

Ist doch schon mal was!

 

Montag, 8. Dezember

Die erste Woche

Am Samstag starteten wir unseren ersten Ausflug in die Mall. Hier weihnachtet es!

Goldene Rentiere jagen um beleuchtete Springbrunnen herum, Wichtel klettern über Leitern unter dem Dach, die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren, überall stehen bunt geschmückte Weihnachtsbäume. Alles aus dem neuzeitlichen, überall präsenten Lieblingsmaterial der Erdenbürger. Zwischen all der künstlichen Pracht steht eine ca. drei Meter hohe Mischung aus Weihnachtsbaum und -pyramide, bestehend aus tatsächlich echten Weihnachtssternen. Prachtvoll, aber leider schon mit Welktendenz in den höheren Regionen, wo die Bewässerung anscheinend ein Problem ist.

Auch den örtlichen Supermarkt haben wir inspiziert. Indisch, chinesisch, karibisch, europäisch, alkoholisch, alles was man so braucht.

Dann unser erstes Erdbeben, laut Auskunft von Jessie James mit Stärke 6 auf der Richterskala. Wir haben es nicht als solches registriert sondern dachten es wäre irgendwo draußen etwas umgefallen.

Ansonsten waren wir beschäftigt mit Saubermachen und Antifouling streichen.

Die Backbordseite der SPICA liegt im Schatten, da ist es kein Problem. Auf der Steuerbordseite knallt die Sonne. Hier läuft einem der Schweiß in Rinnsalen am Körper herab und in kleinen Bächen aus den Gummihandschuhen. Aber bald ist es geschafft, es fehlt nur noch eine halbe Schiffsseite. Natürlich die an Steuerbord!

Unser Gepäck ist noch nicht eingefangen sondern trudelt in der Welt herum. Laut Condor soll es heute nach Tobago geflogen werden.

Etliche Pitcher Bier (ein englisches Maß, ca. 2,irgendwas Liter) haben wir auch schon verputzt.

Horst und Brigitta von der Sapphire, Rosi und Klaus, Christine und Reinhard von der Bonobo, die Voodoochiles, die Crews der La Favorita und der Nereus II, alle sind noch hier und es gibt viel zu erzählen.

Die Kehle wird trocken und so kommt Eins zum Anderen.

Dienstag, 9. Dezember

Mit Jessie James auf Tour

Der Tag Pause tat meinen jammernden Armmuskeln richtig gut!

Zu Zehnt fuhren wir in einem klimatisierten Kleinbus zuerst zum Asa Wright Nature Center. Brigitta und Anton hatten das organisiert. Alle wollten ein wenig von der Insel sehen, bevor man weiter fährt. Die Gruppe bestand aus den Sapphires, Lydia und Arno, Jürgen und Monika, sowie Gerda und Anton von der Devine Die Beiden kannten wir vorher noch nicht. Beide absolut sympathisch und mit uns gut kompatibel. Ach ja, wir fuhren auch mit (zwinker).

Der Chef (und absolute König der Kleintourismusbranche von Chaguaramas) fuhr uns höchstselbst. Neben Informationen über die Gebäude Port of Spains, die am Weg lagen, bekamen wir auch welche über traditionelle einheimische Snacks. Ein paar von diesen wurden später von Ihm erworben und an uns verteilt. Etwas gemüsig-spinatiges im Backteig frittiert (richtig fett) und indische Bällchen, absolut köstlich aber schwer wie ein Stein im Magen liegend. Dabei war ich noch satt vom Frühstück.

In der Kampfzone der Kolibris

Asa Wight ist ein Naturschutzgebiet in dem es wohl 159 Vogelarten gibt. Schöne Wanderwege führen durch den Regenwald den Hügel hinunter. Skurile Lianen hängen rund um die Bäume und Vögel gibt es wirklich viele. Tukane und den gelbschwänzigen schwarzen Vogel, den wir aus Peru kennen, vorweg genommen sahen wir jede Menge neuer Sorten der gefiederten Gesellen, von denen uns manche allerdings wüst beschimpften.

Auch Blattschneiderameisen haben wir beobachtet, wie sie mit ihrem grünen Ballast den Löchern ihres Baus zuwankten. Schaut man genau hin, kann man die Schweißbäche erkennen, die über ihre Gesichter rinnen.

Aber das Tollste waren die Kolibris. Rund um das alte Plantagenhaus finden sie ihre Lieblingspflanzen, aus deren Blüten sie den Nektar saugen. Um die Terrasse hängen zusätzliche Tränken, auch hier bedienen sie sich ebenfalls gern.

Ich stand still auf einem Weg im Garten. Die ganze Zeit pfiffen sie pfeilschnell herum, oft ganz dicht an mir vorbei. Der rasende Flügelschlag erzeugt ein lautes Surren und die dabei verdrängte Luft ließ meine Haare flattern. (Keine Überteibung!!)

Alle Größen und Farben waren vertreten: Schwarz-blau-weiß-gefiederte, lilafarbene mit gelben Füßen, schwarzgrüne und meine Lieblingssorte, die mit dem goldgrün-türkisen „Fell“. Sie schillerten im Sonnenlicht, wirkten aber am Schönsten im dämmrigen Grün der Blätter. Zwitschernd jagten sie sich und flogen  Attacken gegen ihre Artgenossen, wenn diese sich an Trinkgefäße wagten, die ihnen anscheinend nicht zustanden. Der Kleinste war so lang wie mein keiner Finger, der Größte ca. 10 cm. Jeder Einzelne ein Kunstwerk der Natur, absolut perfekt.

Bis zwei Uhr blieben wir dort. Natürlich gab es noch Essen!

Nachmittags fuhren wir dann zu den Caronisümpfen. Auf einem Motorboot folgten wir den Wasserwegen durch die Mangrovenwälder. Zwei Schlangen ruhten in Astgabeln über unseren Köpfen. Satt und träge riskierte nur die Zweite ein Auge, die Erste schlief den Schlaf der Gerechten. In diesen Sümpfen leben die Roten Ibisse. Sie werden ca. 65 cm groß und haben eine Flügelspannweite von einem Meter. Ein paar staksten im Unterholz herum oder saßen auf einem Ast im Dickicht.

Bei untergehender Sonne versammeln sie sich an bestimmten Schlafplätzen. In unserem Fall auf einer Insel, deren grüne Bäume irgendwann aussahen als seien sie mit großen roten Blüten übersät. Immer neue Gruppen kamen über das Wasser und suchten sich einen Schlafplatz. Große Weiße Reiher und ein paar schwarze Vögel mischten sich darunter, eine atemberaubende Vorstellung. Leider durften wir nicht nah an die Insel damit die Vögel nicht gestört werden. Auch das Licht ließ zum Schluß sehr zu wünschen übrig.

Damit wir auf dem Boot nicht verhungern hatte Jessie uns noch einen Abendsnack mitgegebem. Ananassalat mit frischem Koriander, Knoblauch, Chili und etwas Öl. Lecker. Dazu gab es noch ein paar indische Bällchen, frittiert natürlich. Auch sehr gut. Eine tolle Tour!

Ist sie nicht schön?

Donnerstag, 18. Dezember

Wir schwimmen wieder

Um es vorweg zu nehmen: es war der heißeste Advent meines Lebens! Fast immer über 30°C.

Das Unterwasserschiff unserer SPICA ist nun wieder geschützt durch eine super Antifoulingschicht, Muscheln und Algen haben keine Chance (hoffe ich). Der Wasserpaß liegt ca. 12 cm höher, der Rumpf ist poliert und glänzt makellos. Andy hat mit zwei Helfern drei Stunden geschuftet um diesen Glanz zu erzeugen. Die Gage dafür reicht für ein tolles Wochenende.

Mitten in diesem Glanz, über einem Fenster entdeckte Norbert ein Beule, die aufgeschliffen werden mußte. Ein kleiner Rostherd verbarg sich darunter. Leider blieb eine Narbe zurück, da wir nicht gespachtelt haben, aber in diese vielen Farbschichten hinein zu spachteln war uns einfach zu unsicher.

Ein letztes Foto, da hing die SPICA schon am Kran. Punkt 13 Uhr rollte dieser los und ließ uns im Kranhafen ins Wasser. Draußen wartete schon das nächste Schiff und so mußten wir diesen sofort verlassen. Die letzten Tage hatten wir immer sorgenvoll nach „available buoys“ Ausschau gehalten. (available, nicht free, das führt hier zu ungläubigen Heiterkeitsausbrüchen, denn es bedeutet: umsonst, ohne Bezahlung). Heute gab es gleich drei, wir hatten die Wahl. Komfortabel vor Boje liegend forschten wir per Funk nach unserem noch nicht gelieferten neuen Außenbordmotor. Heute war unser Glückstag und so wurde dieser ca. 20 Minuten später per Dingi delivered.

Ein leichter Wind wehte, die Spica schaukelte und mir war zur Feier des Tages nach einem Bier, um die neue Segelsaison zu eröffnen. Den ganzen Vormittag war uns bei den Restarbeiten das Wasser aus allen Poren geströmt, da muß man ab und zu ein wenig nachfüllen. Es haute mich auf der Stelle um und so ergab sich ein arbeitsarmer erholsamer Nachmittag.

Dann abends: der erste Sonnenuntergang, KEINE MÜCKEN!!!, dafür eine frische Brise. Das schrie nach einem Festmahl! Bayerisches Kraut mit gebratenem Bacon, ein gegrilltes Hühnerbein und ein schöner Wein. So läßt sich das Seglerleben wieder ertragen (zwinker).

Freitag, 19. Dezember

Deutschland steht Kopf

Unser dritter Oldie, zurück aus der Beautyfarm, hatte noch einen Schandfleck. Unsere Deutschlandfahne, seinerzeit in Martinique neu montiert und eindeutig KEINE deutsche Wertarbeit, sah gruselig aus. verwittert, verblaßt, verrumpfelt. Also wählte ich aus unserem mitgebrachten Fundus eine Neue aus, farbschön, frisch und WM erprobt.. Fröhlich montierte ich sie, rundete sogar das abgeschnittene Ende des Kabelbinders ab damit man sich nicht daran ratscht und setzte mich gerade zufrieden unter das Deckshaus als mich ein entsetztes, fast schon panisches „Christiane“ wieder aufscheuchte. Mein Skipper deutete mit allen Anzeichen des Entsetzens auf meinen frisch montierten Adenauer. Anstelle von schwarz-rot-gold war unsere Fahne gold-rot-schwarz. War mir gar nicht aufgefallen. Während ich das Ganze in die richtige Form brachte kaute mein Skipper mental Nägel: hoffentlich hat das keiner gesehen..

Montag, 22. Dezember

Trinidad-Grenada / „gleich auf große Fahrt“

Gegen 14 Uhr verließen wir Chaguaramas. Ich war sehr aufgeregt, das erst Mal segeln nach 5 ½ Monaten und dann gleich so eine lange Strecke: 81 nm bis zur Prickly Bay. Die ersten Stunden waren sehr schön. Sonne,

15 kn Wind von Ost und ca. 1,6 m Wellenhöhe. Mit 5,8 bis 7 kn pflügten wir uns durch die See, ein tolles Gefühl. Ein einsamer Pelikan flog eine kurze Strecke dicht neben uns her. Wunderschön! Es wäre ein Traumfoto geworden, leider lag mein Fotoapparat im Schrank. Den Fotografen müsste man glatt entlassen!!!

Der Wind wurde stärker, bald hatten wir 19 bis 20 kn, dummerweise drehte er auch noch mehr nach Norden. Die Wellen wurden höher und krachten oft heftig, Wasser klatschte übers Deck. Am Wind Kurs, sehr ungemütlich. Ganz langsam wurde mir plümerant. Liegen half und so lungerte ich im Salon herum. Der Skipper hielt die Stellung und vor allem den heftigen Frachterverkehr im Auge. Einer hatte uns übersehen. Unser AIS zeigte ununterbrochen Kollisionskurs. Norbert weckte die Schnarchnasen über Funk, kurz danach änderten sie die Richtung.

Gegen 1:30 Uhr übernahm ich die Wache. Auch mir machte der Verkehr zu schaffen. Es ist sehr beunruhigend, wenn ein Frachter, der auf dich zukommt, plötzlich sein AIS ausschaltet und von der Karte verschwindet, während du draußen noch (oder schon) seine Lichter siehst. Ich behielt diese im Auge. 15 Min. später war er AIS-mäßig wieder im Einsatz, hatte inzwischen seinen Kurs geändert und fuhr hinter uns durch. Allerdings hatte uns ein weiterer Frachter noch vor seiner Nase. Als diese Begegnungen dann vorbei waren wurde es etwas ruhiger. 12 nm vor Grenada durfte ich noch einmal ins Bett. Die letzten Stunden der Nacht hatten sich hinter uns Gewitter ausgetobt. Dauernd sah man Blitze und ich war heilfroh, schon hier und nicht mehr in dieser Gegend  zu sein.

Im weiteren Verlauf konnten wir unsere Höhe nicht mehr halten und so mußten wir 6,8 nm vor Schluß gegen Wind und Wellen motoren. Für diese geradezu lächerliche Strecke brauchten wir 3 Stunden! Die SPICA krachte in die Wellen und jede zweite stoppte uns herunter auf 0,9 kn.

Egal, wir haben es geschafft, obwohl ich zwischenzeitlich daran zweifelte. Um 10 Uhr lagen wir vor Anker und es gab erstmal ein kräftiges Frühstück. Danach dösten wir im Salon vor uns hin. Aber Zoll und Immigration wollen erledigt werden und so rafften wir uns auf und tuckerten an Land. Unser neuer kleiner Außenborder ist eine Freude, zuverlässig springt er an und tuckert dann fröhlich vor sich hin.

Nach dem Einklarieren bestellten wir im Restaurant Pizza und Bier, schließlich war es schon 16:30 Uhr und wir hatten Hunger. Hier fanden uns die „blauen Felixe“, Sabine und Sven und es gab viel zu erzählen. Das letzte Mal hatten wir sie vor einem Jahr auf Teneriffa getroffen.

Um 20 Uhr lag ich im Bett. 12 Stunden Schlaf brachte uns wieder auf die Beine.

Heute ging der Wind auf 25 kn hoch. Glück gehabt!

24. Dezember 2014  /  Heiligabend

                                           Wir wünschen Euch einen wunderbaren Heiligabend

24. Dezember 2014

Heiligabend am Strand, ein deutsch<->österreichisches Event

Grünes Gras, malerische Palmen, auf dem mit weißem Tuch gedeckten Tisch ein Weihnachtsbaum!, träge schaukelnde Boote, ein kitschiger Sonnenuntergang.

Das war der Rahmen. In diesem tummelten sich zwölf feierfreudige Leute. Pierre und Uli von der Voodoochile, Martina und Dietmar, die wie wir mit einer Van de Stadt-Yacht unterwegs sind (aber viiiel größer), Thomas und Andi von der India, heute frisch aus Barbados eingetroffen, (das waren die Ösis), Elke und Werner von der Na ja, die blauen Felixe und wir.

Dietmar und Martina hatten einen Grill mitgebracht und diesen an der Wasserkante aufgestellt. Dem jeweiligen Grillmaster kühlte jede ankommende Welle die Füße, ein angenehmer Ausgleich zu der Hitze der Holzkohle weiter oben. Unmengen Salate standen auf dem Tisch. Die Getränke waren kalt!,denn Pierre hatte eine riesige Kühltruhe voller Eiswürfel angeliefert (ungefähr halb so groß wie meine Küche). Alle saßen um den Tisch herum und mampften zufrieden. Zum Nachtisch gab es selbstgebackene Weihnachtskekse von Uli und einen Kuchen von Werner. Lecker.

Später sangen wir alle tatsächlich noch ein paar Weihnachtslieder, zwar mangels Textsicherheit immer nur die erste Strophe, dafür aber diese mit Begeisterung. Ich hatte bei „Süßer die Glocken nie klingen“ die zweite Strophe begonnen und musste diese dann allein vortragen, da keiner den Text beherrschte. Es ging ganz gut, denn niemand hat spontan seine Sachen gepackt und ist nach Hause gefahren.

Es war ein rundum gelungenes Fest und es ließ mich die Tränen vergessen, die mir heute Nachmittag beim Hören meiner Weihnachtsmusik und den Gedanken an unsere Lieben daheim entkommen waren.

(Ich habe es auf die Zwiebeln geschoben, da ich gerade am Kochen war).

Donnerstag, 25. Dezember

 

Unser Weihnachts“menu“

 

In schöner Tradition gab es auch zu diesem Weihnachtsfest unsere Pfälzer Blutwurst-Kartoffel-Zwiebel-Pfanne. Da die hier gängigen Kartoffeln oftmals schlagartig zu Brei zerfallen gönnten wir uns ein Säckchen Klondike Minis. Dreifarbig: schwarz, rot, „gold“ sind sie etwas fürs Auge, allerdings auch preislich ein Highlight. 680 g für € 5,50. Lecker waren sie, ohne Zweifel, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig, denn die schwarzen Kartöffelchen sind innen ebenfalls schwarz, mit einem Stich lila.

 

Gesehen in St. George am Samstag, dem 27. Dezember

Silvester

Um 9:30 (sozusagen fast mitten in der Nacht) brachen wir mit Lilian und Hanspeter von der Whisper auf, um noch einmal den Mt. Ua Qua zu erobern. Eine schöne Wandertour, die uns im Juni schon gut gefallen hatte. In der vergangenen Nacht hatten sich aber gemeinerweise dort oben die Wolken ausgiebig abgeregnet, was dem lehmigen Weg nicht gut bekommen war. Die zähe breiige Matschepampe, zum Teil knöcheltief, war eine ziemliche Herausforderung, die oft langen und steilen Passagen ein echtes Abenteuer.

Ich rutschte einmal aus dem Stand in einen schrägen Spagat, auch meine Hose sah hinten bald nicht mehr ganz frisch aus. Glücklicherweise hatte ich die braunen angezogen, da fiel das nicht ganz so krass auf. Der Modder klebte großräumig an Schuhen, Knöcheln und Waden. Der Wind pfiff uns um die Ohren, zur Zeit sind hier etliche „Beauforts“ unterwegs. Die Aussicht über die Hänge mit dem dichten grünen Pelz war jedoch wieder traumhaft, ab und zu schien auch mal die Sonne.

Wir haben uns gegen Wind und Matsch durchgesetzt und den Gipfelstein erreicht. Juhu!

Bevor wir dann wieder in einen Bus steigen konnten war eine gründliche Reinigung erforderlich, die allerdings durch den erschwerten Zugang zum Wasser etwas aufwendig war. Bei mir hieß das, ein Bein wäscht das andere, was den Beiden mangels Übung etwas schwerfiel. Die Schuhe reinigte ich dann wieder selbst.

(siehe Foto)

Abends trafen wir uns wieder mit fast der gleichen Truppe wie am heiligen Abend am Strand.

Gemütlich grillen, ins Lagerfeuer schauen, manchmal allerdings mit tränenden Augen, da uns der Rauch auf die Pelle rückte, nett plaudern. Es war ein entspannter schöner Abend. Der Mond linste durch die Palmen und spiegelte sich in den kleinen Wellen.

Fünf Minuten vor Mitternacht spendierte uns das Wetter noch einen heftigen Wolkenbruch, der aber gleichzeitig mit dem alten Jahr ein Ende fand. Rund um die Bucht stiegen Raketen in die Nacht und begrüßten das Neue Jahr. Silberne und goldene Feuerblumen, rote, grüne und blaue, alle voller guter Wünsche.

                            Wir wünschen Allen einen schönen Jahreswechsel

                             viele schöne Erlebnisse im Neuen Jahr

                             und last, but not least: Gesundheit und gute Laune