Dienstag, 1. April

Die Südseite → Grand Etang und Cascade de Cabret

Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir den Abzweig zum Grand Etang. Bisher hatte mich die Fahrt nicht vom Hocker gerissen aber jetzt wurde es doch spannend. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, es war wieder ein tolles Erlebnis.

Der Weg zu den Cabret Wasserfällen war schön, aber die Runde um den Grand Etang, einem kleinen Bergsee, toppte alles was wir bisher erwandert hatten. Am Anfang nieselte es etwas, wie es sich für den Regenwald eigentlich gehört, aber später schickte die Sonne doch ihre Strahlen in den Wald und entzündete viele kleine grüne Leuchtfeuer.

Abends schleppten wir noch unsere Einkäufe ins Dingi und eben jetzt ging die Sonne unter und wir nahmen unseren letzten gemeinsamen Sundowner.

Mittwoch, 2. April

Im Frühtau zur Fähre

Um 5:00 Uhr klingelte unser Wecker! CB, die Ursache dieses „Events“ maulte herum: „Ich möchte wissen, wer dieses frühe Aufstehen erfunden hat.“ Um 6:45 Uhr waren wir mit nur einem Verfahren im Hafen von Pointe á Pitre. Noch eine letzte Umarmung, dann zog sie los in den „Kaffee-freien-Hafen“ (ganz was Schlimmes).

Es war eine schöne Zeit, in der wir viele „Abenteuer“ erlebt haben. Wir hoffen, daß sie zu Hause nicht zu lange braucht, um sich von den Strapazen dieses Urlaubs zu erholen.

Zurück auf der Route Traverse hatte sich in Richtung Stadt eine schöner Stau aufgebaut. Wären wir eine halbe Stunde später gefahren, oh oh!!!

In Richtung Malendure war die Straße frei und in der noch touristenfreien Zone am Maison de Foret gönnten wir uns ein Süßwasser-Morgenbad in dem kühlen Wasser eines Bergbachs.

3. April

Frecher Vogel

Etwas muß ich noch erzählen.

Meine Schwester und mein Schwager sind begeisterte Vogelbeobachter, die schon ganz früh am Morgen in Feld und Flur herum wandeln und ihre Freude an diesen gefiederten Gesellen haben. Aber so etwas, wie wir im Regenwald, haben sie bestimmt noch nicht erlebt.

Dieser kleine schwarze Frechdachs auf dem Foto stand vor uns auf dem Boden und zwitscherte herum. Allerdings hörte sich das eher an wie richtiges Gemoser. Als Höhepunkt dieser Tirade entwich aus seinem, in diesem Moment weit geöffneten Schnabel, ein Fauchen. Er klang ungefähr so, wie seinerzeit unsere Katze, wenn sie irgendetwas sehr verärgert hatte.

ICH ÜBERTREIBE NICHT!

So groß wie ein Spatz, aber mit dem Selbstbewußtsein eines Imperators.

Sonntag, 06. April

Wir sind auf dem Rückweg

Vor ca. zwei Stunden haben wir in der Prince Rupert Bay den Anker geworfen. Zwei Tage waren wir auf den Saintes, haben gestern dort ausklariert und sind heute bei heftigem Wind nach Dominica gesegelt. Am-Wind-Kurs, Sonne und viele weiße, glitzernde Schaumkämme. Mein Skipper hielt die Stellung hinter dem Steuerrad und wurde mehrmals heftig geduscht. Der Leichtmatrose lungerte vorausschauend (feige) unter dem Deckshaus herum und blieb trocken. Seit der Einfahrt in die Ankerbucht prügeln schwere Fallböen auf uns ein, aber unser Anker hält zuverlässig.

Es ist nach der langen Zeit ein merkwürdiges Gefühl Orte anzufahren, die man schon kennt. Wir wissen wo der Supermarkt ist, wo und wie man einklariert und wo man bei einem schönen kalten Grapefruitsaft ins Internet einloggen kann. Nach fast einem Jahr immer neuer Lokalitäten hat das etwas sehr Entspannendes. Bis St. Lucia tingeln wir nun so herum, danach ist alles wieder neu.

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Als wir letztes Mal auf Dominica waren gab es viel zu berichten und ich mußte aus meinen Fotos ein paar wenige aussuchen, die ich in der Homepage platzieren konnte. Jetzt ist das anders und so kann ich zwei Schattenfotos einstellen, die ich von CB's Sonnenbrille gemacht habe und die mich immer wieder faszinieren.

Mittwoch, 9. April

Der Norden von Dominica -> 10 Stunden Unterricht

Alexis, unser derzeitiger Boatboy, animierte uns zu einer Rundfahrt mit einem Minibus. Die Crew der Sapphire hatte schon davon geschwärmt und so ließen wir uns als „Füllstoff“ benutzen um das Auto voll und die Tour rentabel zu machen.

Unser Fahrer hieß Paul. Er folgte gemächlich den Straßen, hielt ab und zu an, um uns auf botanische Besonderheiten hinzuweisen. Ein Kaffeestrauch war unser erster Stopp. Die erbeuteten Kaffeekirschen wurden zerteilt und probiert. Das Fruchtfleisch schmeckt süß, der Kern = die Kaffeebohne, ist ebenso hart wie ein Kirschkern.

Wir fuhren in diverse versteckte Dörfer hinein, stoppten vor dem einen oder anderen Haus. Überall gab es etwas Besonderes zu sehen. Korbflechten, Käse kochen aus Copra, dem Fleisch der Kokosnuß oder einen Baum mit kleinen Früchten anschauen, aus denen man Sirup macht oder süße Kugeln für die Kinder. Wir sahen Büsche mit Kakaofrüchten, auch Mangobäume gab es überall, junge und alte, voller kleiner Mangos, aber leider noch nicht reif.

 

 

Bald erreichten wir die Ostseite der Insel. Der Atlantik war mild gestimmt, die ankommenden Wellen moderat. Mittags stiegen wir einen steilen Trampelpfad hinunter, der an einem „Whirlpool voller Blubberblasen endete. Ein kleiner Wasserfall schoß hinein und sorgte so für Blasen und Strömung. Kühles, wunderbares Süßwasser, in das die Teilnehmer dieser Tour: eine englische Familie mit zwei Jungen so um die 10 Jahre, Heidi, eine Freundin von Horst und Brigitta von der Sapphire und wir, gerne eintauchten. So ein schönes Badebecken hatten wir schon lange nicht mehr. Die Jungs ließen sich begeistert den Wasserfall herunter rutschen. Dem Quietschen nach machte es ihnen mächtig Spaß.

 

 

Paul schuftete indessen an einer Kokosnuß herum, die wir nach dem Bad genüsslich verspeisten. Kokosnüsse liegen hier überall. Aus vielen wachsen bereits junge Triebe. Verhungern muß in diesem Wald keiner, außer er hat sein Messer oder seine Machete vergessen. Auch die Fische erhielten ihren Teil und es hat ihnen gut geschmeckt. Die Reste holen sich sicher die hier reichlich vertretenen Eidechsen.

 

Weiter ging es nach Kalibishie, einem kleinen Ort am Strand. Hier lernten wir Pauls Bruder kennen, der einen Supermarkt mit angeschlossenem Restaurant betreibt. Das ist praktisch wenn Reste anfallen. Hände schüttelnd schoben wir uns an ihm vorbei und ließen uns auf der Terrasse nieder. Ein leckerer Lunch folgte, gute kreolische Küche. Ich teilte Hühnerbeine und Kartoffeln mit einer schwangeren Katze, fast selbst noch ein „Kind“ aber schon mit einen „Braten in der Röhre“. Eindeutig frühreif!

Nach dem Essen, mein Wissensdurst lag gerade etwas brach, besichtigten wir die Red Rocks, eine mehr als 2000 Jahre alte Landzunge, die rosarot ins Meer hinein ragt. Ein Überbleibsel eines Vulkanausbruchs in alter Zeit. Fotomotive ohne Ende, leider manchmal etwas eingetrübt von den über uns hinweg  ziehenden Wolken.

 

Auf dem Rückweg, Paul erzählte immer noch, war es sehr ruhig in dem kleinen Bus. Die Jungs schliefen zusammengesunken neben dem Fahrer. Ich hatte kaum noch Energie um mich auf weitere Erklärungen (englisch) zu konzentrieren. Allerdings brachte mich ein „Muskatbaum“ schnell wieder auf Trab. Ich hatte nachgefragt wie und wo Muskatnüsse wachsen und Paul hatte mir versprochen, mir das zu zeigen. Mit dem Fotoapparat stapfte ich ins Unterholz (außer mir stieg niemand mehr aus), schnappte mir einen Ast und fotografierte die „Nuß“. Glücklich, allerdings verziert mit einer Unmenge kleiner Kletten, kehrte ich ins Auto zurück, das wir jedoch kurz darauf wieder verlassen mußten. 550 m weit entfernt gab es einige Schwefelquellen, die fröhlich stinkend vor sich hin sprudelten. Unser Bild von dieser schönen Insel wäre ohne diesen Anblick nicht komplett, also scheuchte uns Paul gnadenlos dorthin. (War ja auch wirklich interessant dort)

 

Noch einen Zwischenstopp gab es, jetzt wurde eifrig Zitronengras geerntet. Gut gegen Mücken und lecker als Tee. Eine weitere Pflanze, die entfernt nach Nelken und deutlich medizinisch roch, wurde ebenfalls geplündert und die Äste an uns verteilt. Bepackt mit dem vielen Grünzeug wurden wir um 18 Uhr in der Prince Rupert Bay abgeliefert, verabschiedeten uns von Paul und wurden zum Boot zurück gebracht. Völlig fertig saßen wir in der Plicht und gönnten uns ein Feierabendbier.

 

 

 

Kleine Pflanzen- und Kräuterkunde

Auf der Rundfahrt über die Insel zeigte uns Paul viele Pflanzen und Kräuter, die z. B. gegen Husten und die „Flew“ helfen; Blätter gegen Schlaflosigkeit → trinkt man als Tee; eine Pflanze mit kurzen, kräftigen Stielen, die zerdrückt und mit Ingwer gemischt als Pflaster gegen jede Art von Schwellungen zu verwenden ist. Vanillepflanzen, die sich die Bäume hochranken, Blätter und Rinde eines Zimtbaumes, Mandeln und vieles mehr. All das haben wir gesehen --- und leider viel davon wieder vergessen.

Das Einzige, das in dieser Sammlung fehlte, war Etwas, das beruhigend wirkt. Davon hätten wir jede Stunde eine Dröhnung gebrauchen können nachdem wir bei einem Halt eine Blick auf die Reifen warfen mit denen wir unterwegs waren. Aber alles ging gut und so kann ich ein wenig von unserm neuen Wissen an Euch weiter geben:

 

Foto 1 → Ananas

Die Pflanzen sind ca. 40 cm hoch, aus der Mitte wächst an einem Stiel heraus, an derem Ende die Ananas sitzt.

Foto 2 → Kakaofrucht

In ihr wachsen und reifen die Kakaobohnen, die unglaublich intensiv duften, wie ich auf diversen Märkten feststellen konnte.

Foto 3 und 4 → eine Art Palme, aber richtig gemein. Der Stamm hat hässliche lange, ganz spitze Stacheln, die sich in Ringen im ca. 10-15 cm Abstand um den Stamm winden.

 

Außerdem lernten wir kennen:

Die „Hygienepflanze“

Weiche, samtige Blätter, können erstens als Toilettenpapier verwendet werden und dienen danach, natürlich frisch gepflückt, als Seife. Die Blätter und Stiele werden zerrubbelt und in Verbindung mit Wasser beginnt das Ganze zu schäumen. Paul hat es uns vorgeführt, es schäumte reichlich und seine Hände waren nach dem Waschen fast weiß (kicher).

 

Kalebashie: (Rechtschreibung ohne Gewähr)

Diese kokosnußgroße Frucht wächst an dünnen Stielen an riesigen Bäumen. Aus ihr macht man Rasseln oder schön bemalte Schalen.

 

Die „Klatschpflanze“

Eine Art kleiner Farn, wächst in den Spalten der Red Rocks. Paul legte sie auf seinen Arm, klatschte einmal kräftig drauf und voila! Das perfekte „Abziehbild“ schmückte seinen Arm.

 

Last, but not least: eine Muskatfrucht.

Sie ist noch grün, hat die Größte einer Aprikose oder einer Kastanie ohne Stacheln. Wenn sie rot werden kann man sie ernten. Der Kern ist dunkelbraun. Glänzend und mit roten oder gelben Fasern umschlungen sind sie wunderschön und auf allen Märkten zu erwerben.

Mittwoch, 16. April

Auf dem Weg nach St. Lucia

Unsere SPICA schaukelt durch das Wasser. Noch 18 nm bis St. Lucia, Zeit für einen Rückblick.

Von Dominica segelten wir nach Martinique. Die erste Nacht ankerten wir vor St. Pierre, am nächsten Morgen ging es weiter nach Fort de France. Einklarieren konnten wir nicht mehr (Wochenende) aber einkaufen ging noch. Letzte Möglichkeit zu einem halbwegs vertretbaren Preis Käse zu bunkern. Auch nach Sonnenschutzcreme hielten wir Ausschau. Die gibt es nicht überall, da sie bei einer überwiegend schwarzen Bevölkerung wohl nicht gerade ein Verkaufsschlager ist. Am Montag früh klarierten wir ein und gleichzeitig aus, dann segelten wir gemütlich zur Grand Anse d'Arlett und schnappten uns eine Boje.

Entspannt in der Plicht herumlungernd schauten wir etwas später einem 52 Fuß Katamaran zu, der mit seiner großen Crew vier Anläufe brauchte bis er endlich festlag. Hafenkino nennt man das.

Das haben wir auch schon geliefert.

Unser Schiff ist sehr hochbordig und eine Leine durch die feste Öse einer Boje zu ziehen, das klappte beim ersten Mal vor Terre de Hautes nicht besonders gut. Der Skipper war gar nicht zufrieden! Liege ich auf dem Deck und greife unter der Reeling durch, kann ich zwar die Leine durch die Öse ziehen, komme aber nicht mehr hoch (Oma halt!) Greife ich über die Reeling, komme ich nicht an die Öse. (Zu kurze Arme)

Das hat mich gewurmt und so beauftragte ich mein Gehirn, eine Lösung zu finden. Folgenden Vorschlag habe ich dann auf dem Rückweg ausprobiert: Eine kleine Schlinge mit Palstek am Ende der Festmacherleine wird straff neben dem Bootshaken geführt, von diesem (und mir) durch die Öse der Boje gesteckt. Jetzt schnell den Haken wieder heraus fummeln und damit die Schlinge aus dem Wasser ziehen → hochziehen → belegen → fertig. Das klappte klasse, selbst hier, bei einer sehr kleinen Öse.

Ich hatte eigentlich auf den Besuch von ein paar Schildkröten gehofft, da es hier etliche gibt. Aber sie waren wohl anderweitig beschäftigt.

Überhaupt!!! Von den hier angeblich lebenden Walen haben wir immer noch keinen gesehen. So langsam wird es Zeit für einen Antrittsbesuch.

Noch 15 nm bis St. Lucia. Heute Abend will ich Pizza! Außer „wir“ fangen noch einen Fisch, Norbert hat nämlich die Angel in Betrieb.

Jetzt freuen wir uns erst einmal auf Elke und Bert, die wir lange nicht mehr gesehen haben und die ebenfalls auf dem Weg zur Rodney Bay sind.

 

Foto unten: Abendstimmung in der Grand Anse d'Arlett.

Samstag, 19. April

Mit dem Dingi in die Mall

Ostersamstag! Die Geschäfte hatten heute offen und alle Leute wollten einkaufen, so wie zu Hause auch.

Ca. 1 km von der Marina entfernt, gibt es ein Einkaufszentrum, die Mall, mit vielen Geschäften und zwei großen Supermärkten. Letztes Mal sind wir mit dem „Bus“ dorthin gefahren, aber, so hörten wir, es geht auch mit dem Dingi.

Also nichts wie los, denn mittags wollten wir die Marina verlassen und zurück ins Ankerfeld.

Eva und Florian von der OOROS (Out of Rosenheim) hatten uns den Weg beschrieben. Im nachhinein wäre das nicht nötig gewesen, denn wie an einer Perlenkette aufgereiht rödelten jede Menge dieser Kleinfahrzeuge durch den hinteren Teil der Lagune. Wir reihten uns ein. Am Dingidock wurde es dann richtig eng. Dicht an dicht parkten Schlauchboote in allen Größen. Ich kletterte aus der zweiten Reihe über fremdes Eigentum, unsere Leine fest in der Hand. Es ist immer nett anzusehen, wie die Schlauchbootkapitäne und ihre Crew den Steg erobern. Ich bevorzuge die kriechende Variante, auf allen „Vieren“ hinüber, sehr elegant! Die Leine festgeknotet, das Stahlseil angeschlossen, nun schob sich auch der Skipper in Richtung Steg. Es wurden immer mehr, die anlandeten, die dritte Reihe wurde eröffnet.

Ähnlich voll war der Supermarkt. Bepackt mit unseren Einkäufen kehrten wir zurück. Mist! Noch immer lag unser Schlauchboot in der zweiten Reihe. Also, alles wieder rückwärts aber diesmal mit Gepäck. Voll bepackt ging es zurück zur SPICA. Ein paar größere Motorboote ließen uns auf ihren Wellen tanzen, der heftige Wind produzierte zusätzlich kleine Schaumkämme.

Jetzt liegen wir wieder im Ankerfeld. Auch hier sausen die kleinen Boote wie fleißige Bienen hin und her. Der Fahrstil ist unterschiedlich. Je nach Größe des Schlauchboots und der Anzahl der im Motor eingesperrten Pferde rauschen sie über die Wellen oder tuckern langsam gegen an. Wir schleichen! und selbst dabei werden wir naß!

Nachmittags haben wir Elke und Bert besucht und ihre Sonnenschutzplane besichtigt. (Wir brauchen eine neue und sind gerade auf Ideensuche) Danach schauten wir bei Carla und Dieter vorbei, die mit ihrer Nautica ziemlich weit draußen ankern. Das (vorbei schauen) dauerte bis lange nach Sonnenuntergang. Im Dunkeln tuckerten wir heim zur SPICA, die überall dank Fritzis Lichterkette gut zu finden ist.

Nachts parkt unser Dingi auf der Reeling, mit dem Spinnakerfall hochgezogen liegt es sicher und geschützt. Siehe Foto.

Mittwoch, 23. April

Ein schöner Abend auf der Anjuli Nui

Anjuli ist ein indischer Mädchenname, der mit "Gottesgeschenk" übersetzt wird aber auch mit der Bedeutung von weiß, rein und glücksbringend ausgestattet ist.

Mich erinnert er an faszinierende Stunden in einem Sommerurlaub in Schweden, als ich „Palast der Winde“ las und alles um mich herum vergessen habe. (Auch meine hungrige Familie)

Geschenkt haben Elke und Bert ihr Schiff nicht bekommen, aber glücksbringend ist SIE schon, wenn man die Beiden so anschaut und erzählen hört.

Wir waren gestern bei ihnen zum Grillen eingeladen . Ich war 24 Stunden vorher richtig krank. Irgendwelche biestigen Bakterien hatt.en mich erwischt. Die Nacht war gemein und morgens konnte ich an Essen nicht einmal denken. Frühstück fiel aus, aber pünktlich zum Grillen stellte sich dann ein Friedensangebot meiner Innereien ein. (Sie wissen halt, was wirklich gut ist.)

Es war ein total netter Abend. Elke und Bert sind seit vier Jahren unterwegs und haben uns von ihren ersten Erlebnissen berichtet.

Bert kam im November vor acht Jahren nach Hause und erzählte Elke von einer Homepage, die ihn wohl sehr beeindruckt hatte. Die Erzählungen einer Familie, die mit einem Segelboot unterwegs ist.

Ich habe da etwas gefunden, das könnte auch etwas für uns sein“. In Nachtschichten und in den grauen Tagen des Novembers kommt man schon mal auf so eine Idee. Sie konnten damals noch nicht einmal segeln (eigene Aussage). Bei einem Segelverein auf dem Alt-Rhein in der Pfalz fragten sie nach, ob man es dort lernen könnte. Kurzentschlossen kauften sie eine Neptun 22 und stürzten sich in ihr erstes Segelabenteuer. Mitglieder des Vereins, die das beobachtet hatten, gaben "Erste (Nach)hilfe."

Später kauften sie dann die Anjuli Nui, brachten sie über Frankreichs Kanäle nach Hause, reparierten und frischten sie auf und dann ging es los über den Rhein zum Ijsselmeer und von dort in die Nordsee. Viel hatten sie schon gelernt, aber richtig, hier war doch noch etwas: ach ja, Tidennavigation. Also, das nun auch noch schnell lernen und dann raus.

Die Nordsee hieß sie auf ihre Art willkommen. Es gab wohl sofort „einen auf die Nase“ und eine Demonstration dessen, was sie alles noch nicht konnten und wußten. Spätestens hier bekam ich meinen Mund nicht mehr zu. (Ich war schon fertig mit dem Essen, daher war das nicht so schlimm)

Learning by doing. Frankreich, Biskaya, Spanien, Portugal, die allen gemeinsame Linie. In Santa Cruz auf Teneriffa lernten wir sie kennen, in Mindelo trafen wir sie wieder. Nun sind sie hier, gestandene Segler, die sich nur noch selten aus der Ruhe bringen lassen.

Nächstes Jahr geht es weiter über die ABC-Inseln nach Panama und dann in die Südsee. Das ist auch unsere Wunschroute, so schnell werden wir sie also nicht aus den Augen verlieren. Ein schönes Gefühl. (Außerdem hat Norbert zwei Bücher ausgeliehen, die er irgendwann irgendwie zurück geben muß).

 

Freitag, 25. April

"Endlich Urlaub"!

Wir haben unsere Sommerreise gebucht.

Es ist geschafft. Vier Stunden saßen wir vor dem Computer, aber endlich ist alles fest.

Ab Juli wird es auf Trinidad sehr heiß und feucht und jeder, der kann, verkrümelt sich.

Wir tauschen die 1,5 m-über dem Meer-Höhe gegen die Berge der Anden. (höchster Reisepunkt: 4900 m). Unsere erste Fernreise seit 1994 zum New York Marathon.

Vom 3. August bis zum 12. September werden wir durch Peru reisen. Seit langem eines unserer Traumziele aber unter den alten Konditionen, max. 2-3 Wochen Urlaub am Stück, nicht machbar. Jedenfalls nicht mit Norbert.

Von hier sieht das anders aus. Trinidad → Panama City zwei Stunden Flugzeit. Übernachtung auf dem Flughafen, schließlich sind wir Backpacker. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Lima, nach ca. vier Stunden sind wir dort.

Seit etlichen Wochen sause ich durchs Internet, vergleiche die angebotenen Reisen, deren Stationen und die „Höhepunkte“.

Die ersten 13 Tage reisen wir „unter Aufsicht“ auf vorgebuchter Strecke von Lima nach Cusco. Stadtrundfahrten, Wandertouren, Bootsfahrt auf dem Titicaca-See, Heiliges Tal der Inkas, Colca Canyon und natürlich Machu Picchu. Danach sind wir ja nicht mehr ganz fremd und tingeln gemütlich weiter.

Am 12. September zahlen wir dann den Preis! 14-15 Stunden sitzen wir im Flieger nach Madrid und nachdem sie uns dann entladen haben (das wir das Flugzeug auf eigenen Beinen verlassen können schließe ich mal aus) fliegen wir nach drei Stunden Aufenthalt in Madrid weiter nach Berlin.

Heimaturlaub!

 

Dienstag, 29. April

Bin ich eine anarchistische Segelzicke?

Heute hat der Mann mit dem ich in sechs Tagen 36 Jahre verheiratet bin behauptet ich wäre die Hölle für jeden Skipper!!! und nur, weil ich bei zu viel Wind (ich war gerade am Reffen) nicht sofort seine Anweisungen ausgeführt habe sondern ein bißchen darüber diskutieren wollte.

Hinterher habe ich festgestellt, der Mann … .. …..!

Ich will versuchen mich zu bessern (im Rahmen meiner Gene) aber das behalten wir für uns.

Gibt es die ideale Crew?

Captain Jack Sparrow zum Beispiel! Die Crew, die er in Tortuga eingesammelt hat, war ja auch sehr speziell und trotzdem gab es ein Happy End.

In Wallilabou auf St. Vincent gibt es noch ein paar Filmkulissen von „Fluch der Karibik – Pirates of Caribbean“. Das wollten wir uns ansehen und wählten es als Einklarierungslocation.

St. Vincent hat bei Seglern einen schlechten Ruf. Die Kriminalität ist hoch, besonders an der Westküste. Touristen sind nicht besonders beliebt, die Boatboys angeblich sehr aggressiv. In Kingstown gibt es jede Menge „no-go-Areas“, selbst das Auswärtige Amt mahnt verstärkten Eigenschutz an.

Viele segeln vorbei aber Einige übernachten auch dort. Die Insel bietet viel Natur, ist aber wenig erschlossen.

Am Eingang der Bucht steht ein prägnanter Felsen, ich habe ihn sofort erkannt. Für Filmfans gleich hier die Frage: Was fehlt auf meinem Foto?

In der Bucht empfingen uns drei Boatboys. Sie sitzen in kleinen Ruderbooten, keiner hat einen Motor. Alle waren freundlich Wir einigten uns über den Preis für die Hilfe beim Festmachen an der Mouringboje und für das Legen einer Landleine. Die braucht man hier anscheinend. Ein weiterer Boatboy brachte uns zum Steg (20 m) Wir teilten das Boot mit ihm, ca. 60 l Wasser und einer riesigen Languste, die genau vor meinen Füßen hockte und ich bilde mir ein, mich vorwurfsvoll ansah.

Der Custom Officer hatte schon Feierabend, schloß aber sein Büro für uns noch einmal auf. Das Einklarieren ging problemlos. Er war sehr nett, bewilligte uns einen Aufenthalt von einem Monat, den wir aber verlängern könnten.

Zurück an Bord belagerte uns ein Obstverkäufer. Wir schenkten ihm Norberts Wandersandalen, die er auch gerne annahm, aber er blieb trotzdem eisern neben unserem Boot und pries immer wieder monoton seine Obstsorten an. Als er dann seine fünf Kinder erwähnte, die er ohne Einnahmen morgen nicht in die Schule schicken könne??!!?? kapitulierte ich und kaufte ihm seine Maracujas ab. Mit einem „God bless you“ paddelte er dann nach Hause.

Wir sind am nächsten Morgen sehr früh weiter gefahren. Armut sieht man oft in der Karibik. Wir erlebten sie in Soufriere auf St. Lucia und auf Dominica. Aber dort spürt man etwas wie Hoffnung daß es besser wird. In Wallilabou war es dagegen absolut trostlos, lähmend und ohne Perspektive. Schwer auszuhalten!

Die Filmkulissen sind verrottet, dabei hätten sie, mit etwas Pflege eine gute Einnahmequelle werden können. Ein paar mehr Mouringbojen, das Restaurant, ein wenig filmtechnisch aufgepeppt und mit einem Shuttleservice versehen, hätten die Leute dort sicher eine Chance, mit den Seglern Geld zu verdienen.

Wir haben auf St. Vincent nicht mehr angelegt sondern sind gleich weiter nach Bequia gesegelt, der Größten der bewohnten Grenadineninseln. Hier warten wir auf Rosi und Klaus, die den Turbo eingeschaltet haben um uns einzuholen. Heute waren sie schon in Fort de France.

Frisch und sauber und dann zum Tanz in den Mai